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kieberdelirien. Beide Reihen sind von den niedern Graden schwer zu trennen und
lg t es auch hier der subjeetiven Willkühr überlassen, was man als besonders schwer
ansehen will, und was noch als innerhalb der Norm bleibend anerkennen. — Eine Stei
gerung jenes Zustandes, dem man als fibris nervosa stupida bezeichnet, kommt bis
weilen bis zu dem Grade vor, dass man an grobe anatomische Erkrankung des
^ehädelinhalts denken muss. Die Symptome können eine Meningitis Vortäuschen.
Die Kranken werden vollkommen bewusstlos, ihre Pupillen bald weit, bald eng, auch
Von verschiedener Weite, reagiren auf Lichtreiz wenig oder gar nicht; klonische und
tonische Krämpfe in rudimentärer oder ausgebildeter Form in den Extremitäten,
Vorübergehende Paralysen, besonders der Sphinctoren treten hinzu. Hier und da
tonische Contractur der Nackenmuskeln, Zunahme der Puls- und Respirationsfrequenz
vollenden das Bild des sog. C e r e b r al ty p h u s. — Von dieser ganzen Ausdehnung
der Symptome ist nur ein Fall zu erwähnen, der durch die Respirationsstörung tödt-
dch endete. Der Zustand folgte einem Anfall von Geistesstörung im Beginn des
Typhus. 4 andre Fälle waren weniger ausgeprägt, doch fehlten von jenem Bilde einer
Dseudomeningitis nur die Symptome gestörter Vagusfunction und die Contractur der
Nackenmuskeln.
Interessanter ist die 2te Reihe mehr psy c hischer Störungen im Beginn
des Typhus und auf seiner Höhe. Mehrere Kranke wurden mit der Diagnose
lr gend einer psychischen Erkrankung gebracht, und solche Fälle, in denen der erste
Anblick eine Geisteskrankheit annehmen liess, will ich hier aufführen. Dahin gehört
z ünächst ein Fall von Typhus mit Delir, trem. bei einem jugendlichen Säufer,
(t* folg, leichten Verlauf.) Sodann 4 Fälle von maninak Fieberdelirien, bei
2 Weien ausgesprochen als acute symptom. Manie erscheinend. In beiden Fällen war
die lobsucht von kurzer, 3—4tägiger Dauer, der spätere Verlauf kurz aber heftig.
Der 3te Fall nahm einen sehr schweren schleppenden Verlauf. Der 4te endete nach
5täg. Aufenthalt im Hospitale tödlich. Die Section ergab ein Typhusrecidiv, die
Anamnese eine 8wÖehentliche vorherige Dauer der Krankheit. Alle 4 Fälle betrafen
kräftig e Männer. Diese Symptomgruppen sind eigentl. noch nicht Geistesstörung zu
nen nen oder man müsste jedes von der gewöhnlichen Form abweichende Fieber-
fifili. • _ ... — _ _ _
lr mm so nennen. — Anders ist es mit den folgenden 2 Fällen. D
er eine, ein
del
^ arin von 30 Jahren, erkrankte* mit reinen Symptomen unter dem Bilde der Melan-
C ^°lie. Nach kaum 8tägigem Aufenthalt im Hospital verlor sich die Melancholie
Ul 'd e m Typhus mittlerer Schwere lief wie gewöhnlich ab. — Weniger ausgeprägt
War die Melancholie im 2ten Fall bei einem alten Mädchen. Wie der vorige
polizeilich als geisteskrank eingeliefert, gerirt sie sich durchaus dem entsprechend:
über irgend welches Krankheitsgefühl klagend, entwickelt sie langsam ihren
^ a n Von Betrogensein, Unglücksgefühl, Nachstellungen und Rache. In den folgen-
n ^agen ward, ausser öfteren Hallucinationen und dem gewöhnlichen stillen, sprach-

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