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Intermittens beschriebene Fall und gehört vielleicht nicht hierher, und wäre dann
vielmehr als Combination mit Malaria-Infection anzusehen.) Die 4 ersten Kranken
waren junge Mädchen. In einem Fall trat der Tod durch Pyämie ein; bei den an
dern endete die Neuralgie allmählig nach etwa 14tägiger (in einem Fall nur 2täg.)
Dauer mit Genesung.
Auch die psychischen Störungen in der Reconvalescenz folgten nur einem
Krankheitsverlaufe schwersten Grades. Immer war derselbe durch mannigfache Com-
plicationen gestört gewesen, besonders auch auf der Höhe der Krankheit durch schwere
Nervensymptome ausgezeichnet. Die psychische Störung zeigt sich kurz nach Ablauf
des Fiebers (es blieb die Temperatur dauernd normal, oft darunter), bei grosser kör
perlicher Schwäche und sehr gestörtem Schlaf. Die Form der Krankheit passt unter
keine der gewöhnlichen der Psychiatrie. ln einem Fall zeigte sie sich als heiteres
Delirium mit Hallucinationen wie bei Del. trem.; die Dauer war hier nur 2—3 Tage
3 weitere Fälle waren einander ganz gleich. Die Kranken hatten Hallucinationen des
Gesichts und Gehörs, Hessen sich von ihnen beherrschen und bildeten sich aus ihnen
Wahnideen. Sie lebten ganz in diesen, beschäftigten sich mit ihnen und sie wurden
ihnen die Quelle grosser Zufriedenheit. Dabei allerlei thörichte Handlungen, kindische
Beschäftigungen; sie erzählten mit glücklichem Gesichte das Erlebte, und machten
allerlei Anstalten, ihre Umgebung den aus den Hallucinationen gezogenen Schlüssen
conform einzurichten. Das Ganze geschah ohne Kraft und Energie. Wenn man will*
kann man fliese 3 Fälle der chronischen Verrücktheit parallelisiren. In zweien dieser
Fälle trat unter Schwächerwerden der Hallucinationen, mit Kräftigung des Körpers
und dem Eintritt langen ruhigen Schlafes unter allmähliger Abnahme der Symptome*
denen zunächst etwas Schwachsinn folgte, nach etwa 10 bis 14tägiger Dauer Rückkehr der Geisteskräfte ein. Der 3te Fall endete tödlich an Inanition.
Weniger bestimmt waren die 2 letzten Fälle. In den Vordergrund traten hier
grosse psychische Reizbarkeit, Unzufriedenheit und Zanksucht; daneben waren Hall u
cinationen des Gesichts und Gehörs vorhanden, und schliesslich folgte ein Stadium
vorübergehendem Blödsinn nahekommender Geistesschwäche.
Diese 5 Fälle betrafen junge weibliche Individuen.
Ein 6ter, hierher gehöriger bestand in religiösem Wahnverstellungen mit d elT1
Charakter der Depression. Die Störung war sehr rasch vorübergehend, und schlo"
sich an eine Fieberexacerbation in der Reconvalescenz bei einem 40jährigen kräftig 611
Mann, der aber schon durch eine Krankheitsdauer von länger als V 4 Jahr sehr her
untergekommen war.
In ganz anderer Weise traten im Beginn und auf der Höhe des Typh uS
Symptome von Erkrankung des Gehirns auf. Sie sind als höhere Grade der g e
wöhnlichen Hirnerscheinungen aufzufassen, und zwar in 2 Reihen, einmal nach d er
Richtung einer Verstärkung der „febris nervosa stupida“, und dann als potenzirt e

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