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Aufhören der Darmblutung. Ein etwas reichlicherer Eiweissgehalt des Urins fand sich
in der Regel bei Typhusfällen mit Petechien, und auch bei diesen kamen öfter gering«
Blutmengen in den Stuhlentleerungen vor, wie sie oben erwähnt wurden.
Ein Meteorismus in seinen hohem Graden kam 11 Male vor. 4 Fälle en
deten mit der Zeit tödtlich. Er kam nur schweren Fällen zu, und ist demnach prog
nostisch ungünstig. In 2 der Leichen war der Dickdarm hochgradig erkrankt.
Ausgebildete Peritonitis ist nicht vorgekommen. Wohl mussten mehrere-
Male periton. Entzündungen circumscripter Art angenommen werden; auch wurden
einmal in der Leiche Anlöthungen gefunden, aber eine eigentl. umfangreiche Peritonitis
kam nicht zu Stande, wenn man nicht einen Fall dahin rechnen will, in w. unter
plötzlichem Collapsus des Kranken allgemeine Reflexspannung der Bauchmuskeln, ohne
Schmerz und Erbrechen, aber mit Meteorismus auftrat. Der Kranke starb in 12 Stunden;
ein Geschwür war perforirt, aber es war keine Entzündung des Peritonäums vor
handen. Diese Perforation erfolgte in der Mitte der 3ten Woche des Typhus.
Icterus kam einmal vor bei Pyämie. Er erschien einige Tage vor dem Tode
In schwererer Weise erkrankten die Lungen mit der Pleura in 30—40 Fälle»»
wobei ich die heftigen Fälle von Bronchitis mitrechne, ein Fall von pyämischen I»'
farcten ausschliesse, weil sie klinisch keine Bedeutung erlangten. In- und extenso
das Normale überschreitende Erkrankung der Br onchralschleimhaut kam
etwa 20 Male vor. Oft blieb die Bronchitis die alleinige Complication von Seiten der
Lunge, oft führte sie zu tiefem Erkrankungen der Respirationsorgane. In manche»
Fällen mögen versteckte pneumonische Heerde gleichzeitig bestanden haben, denn
wurden bei objectiv nur zu constatirendem heftigen Katarrh pneumonische Spula be
obachtet. Eine heftige Bronchitis kam überwiegend bei auch sonst schweren Fälle»
vor; ob sie die Schwere bewirkte oder ihre Folge war, lasse ich dahingestellt. Jeden
falls ist, auch abgesehen von den subjectiven Beschwerden die Bronchitis keineswegs
gleichgültig; sie hindert den schon mangelhaften Schlaf noch mehr; auf das Fieber
schien sie in sofern von Einfluss zu sein, dass die Abendtemperaturen nicht die Höbe
wie sonst erreichten, dass aber die Morgenremissionen geringer ausfielen. In heftig 011
Fällen trat ein reichlicher, oft starker Eiweissgehalt im Urin auf. Vorzüglich aber
begünstigte sie die Entstehung von Atelectasen und Hypostasen, und ward damit 0
gefährlich; wie sie auch direct die Folgen ungenügenden Gaswechsels bedingen ka»»-
Auffallend war, wie oben erwähnt, dass nicht selten bei heftigerer Bronchitis reichlich^
Exspectoration von bluthaltigen Sputis vorkam, meist in geringerer Menge, 2»>a
in einem Maasse, wie sonst nur bei croupÖsen Pneumonien von grosser Ausdehn»»r»
ohne dass es gelungen wäre, eine solche zu finden. Solcher Fälle sind 7 anzuführe»-
Wahrscheinlich ist anzunehmen, dass die Bronchialschleimhaut ähnlich wie die Nase»
Schleimhaut, nur in nicht so intensiver Weise die Quelle capillärer Blutungen sCl

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