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versuchten abortiven Behandlung des Typhus mit Abführ- und Brechmittel zu geben
schien.
Als weitere Complication sind einige Fälle von Inter mittens zu erwähnen.
Von diesen ist jedoch nur ein Fall als reine Complication zu betrachten, während
die andern Intermittenten waren, die im Verlaufe des Typhus, meist in der Recon-
valescenz auftraten. Der erste Fall war eine Intermittens mit Quntidiantypus,
mit regulären Anfällen, aber ohne reine Apyrexie. Die Nachmittags eintretenden An
fälle schwanden nach der ersten Gabe Chinin, aber der charakteristische Typus des
Typhusfiebers blieb durch 8 10 läge mit andern beweisenden Symptomen des
Typhus fortbestehen. — Die andern 3 Fälle von deutlicher Malaria-Infection ereigne
ten sich in der Reconvalescenz; der eine gleich nach Ablauf des eigentlichen Typhus-
processes, wich sofort der einmaligen Anwendung des Chinin. — Der zweite Fall
war complicirter. Er betraf eine Frau, die vor 2 Jahren an irregulär auftretenden
Anfällen von Prosopalgie rechterseits gelitten hatte (damals ward ein Tumor an der
Hirnbasis diagnostirirt). Die rechte Gesichtshälfte ist subparalytisch, der rechte Bulbus
in allen seinen Bewegungen beschränkt. Die Frau kam in weit heruntergekommenem
Zustand ms Hospital, machte den Rest eines schweren Typhus hier durch, und nach
Ablauf desselben traten Anfälle rechtsseitiger Prosopalgie auf, derart, dass jeden 3. Tag
ein heftiger, dazwischen ein rudimentärer eintrat. Chinin (2 gr. subcutan) erwies
sich insofern hülfreich, als die leichten Anfälle darnach ganz ausfielen, die schweren
einige Stunden später als gewöhnlich eintraten. Nach etwa öwöchentlicher Dauer ver
loren sich die Anfälle allmählich ganz. — Ein 3. Fall von Quotidian-Intermittens
ereignete sich bei einem Abortivtyphus, eintretend als die Temperatur fast schon das
Normale erreicht hatte. — Zweifelhaft blieben in ihrer Deutung einige andere Fälle,
die unter irregulären Frostanfällen mit folgender Temperatursteigerung einhergehend,
von Chinin beeinflusst wurden, aber ebensogut einem andern Process ihren Ursprung
verdanken konnten. — Endlich ward noch ein Knabe im Hospital von Typhus befallen,
der ein totales pheuritisches Exsudat gehabt hatte. Hiervon bestanden noch
die Reste, als der Typhus hinzutrat. Ein Einfluss nach der einen oder andern Rich
tung war nicht zu bemerken.
Bei Besprechung aller der Vorkomnisse, die man symptomatische Comph"
cationen nennen könnte, folge ich der üblichen anatorn. Reihenfolge. Diese Ereignisse
gehören nicht zum regulären Typhus, sie fehlen in der Mehrzahl der Fälle, treten in
verschiedener Zahl und Intensität in den Epidemien auf, sind aber zu betrachten, ent
weder als Organ-Erkrankungen, entstanden auf der Basis der durch den Typhus ver
änderten Lebensverhältnisse des Organismus oder seiner einzelnen Theile, oder aber
als symptomat. Ausdruck der primären oder secundären Einwirkungen des Typhus
giftes direct. Eine Berechtigung zu jener Benennung liegt weiter darin, das diese
Complieationen in der grossen Mehrzahl der Fälle in gewissem Sinne Steigerungen

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