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Im Hospital selbst erkrankten 2 Individuen mit Herzfehler am Typhus.
Der eine, als vit. cordis zweifelhafte Fall betraf einen jungen Mann, der ausserdem
an chronischem Magenkatarrh und Hypochondrie litt, der andre ein Mädchen mit Ge
hirnembolie. Beide Fälle verliefen schleppend, ohne hohes Fieber. Beim erstem ' var
in und nach Ablauf des Typhus kein beinerkenswerther Einfluss der einen auf dm
andre Krankheit zu constatiren. Der andre Fall führte zum Tode, nachdem im Ver
laufe des Typhus sich zuerst Hämaturie, dann dauernde Albuminurie entwickelt hatte,
unter bestehendem Fieber und vorschreitendem Hydrops nach Bildung von Embolien
in Nieren und Milz. Die Section zeigte die Mitralklappe an den Rändern und der
Vorhofsseite mit zahlreichen erbsengrossen, blumenkohlförmigen Excrescenzen besetzt,
2 alte keilförmige Infarcte der Milz, 3 der Nieren und 3 kleine Erweichungsheerde
im Gehirn. Anatomisch blieb der Typhus, der klinisch entschieden vorhanden war,
zweifelhaft, da die Milzvergrösserung secundär durch die Infarcte bedingt gewesen
sein konnte und da im Dünndarm auch nur 2, anscheinend geschwellt gewesene
Peyersche Plaques an der valv. Bauhini gefunden wurden.
Von andern chronischen Krankheiten wäre nur zu erwähnen, dass einmal
Typhus zu einem chronischen Darmkatarrh hinzutrat, dass der Verlauf des Typh uS
dabei gewöhnlich war, und dass nach seinem Ablauf die Diarrhoen monatelang an '
dauerten und damit die Reconvalescenz sich sehr verzögerte.
Ein ganz leichter Typhus entwickelte sich bei einer jungen Epileptischen,
im Beginn traten die sonst seltenen epileptischen Anfälle mehrmals ein.
Zwei Schwangere und eine Puerpera erkrankten am Typhus. Der eine
Fall betraf ein junges Mädchen, welches im 4ten Monate der Schwangerschaft stand-
Der Verlauf war schwer, ohne Complicationen, ausser kurzdauerndem Metorisrnus-
Der 2te, eine Frau von 30 Jahren, im 5ten Monate der Schwangerschaft, war sehr
schwer. Die Krankheitsdauer konnte nicht festgestellt werden. In der 2ten Periode
^ufgenommen, war sie sehr heruntergekommen; Darmblutungen traten ein, sie ab-
ortirte, es entwickelte sich eine ang. tanhillaris; schliesslich bildeten sich pyämische,
aber sehr schmerzhafte Gelenkentzündungen (des rechten Acromial-Clavicular- und
beider Claviculo-Sternal-Gelenke) aus, es trat Albuminurie, heftiges Erbrechen ein, Um
stände, die das Fieber immer wieder recrudesciren Hessen. Nach fast ömonatlichd
Krankheitsdauer konnte sie genesen entlassen werden. — Der dritte, etwas zweifelhaft 6
Fall betraf eine Puerpera; mit grösster Wahrscheinlichkeit musste ein Typhus ang e '
nommen werden. Derselbe bot sonst keine Besonderheiten.
Von Complicationen mit acuten Krankheiten kamen verhältnissmässig wenig e
zur Beobachtung, -wenn man bedenkt, dass während der Typhusepidemie von 8 Monaten
zugleich in Altona andre epidemische Krankheiten auftraten. In der Stadt sollen Com
binationserkrankungen und anscheinende Mischformen öfter aufgetreten sein; i 6 * 1
habe nur über wenige zu berichten.

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