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kranke zu pflegen hatte, eine Wärterin, die selten Typhus auf ihrem Saal hatte,*) und
der Hausarzt der chirurgischen Abtheilung, der nur vorübergehend Typhuskranke sah,
aus einem Hauspcrsonal von beiläufig 40. Die ganze chirurg. Abtheilung mit durch
schnittlich 70—80 belegt en Betten lieferte 2 leichte Fälle, beide sind als Hausinfectionen
zweifelhaft.
Auf der medicinischen Abtheilung wurden, wie bemerkt, 5 Personen inficirt.
Alle hatten Monate lang in Sälen gelegen, die vorwiegend mit Typhuskranken be
völkert waren; 4 waren bettlägerig und erkrankten mässig schwer, ein Fall war leichter
Art, der betreffende Patient war nicht bettlägerig und nicht an den Aufenthalt im
Krankensaale gebunden. — Die 10 Hausinfectionen betrafen 3 gesunde Individuen,
^ Fälle mit gleichgültigen chirurgischen Krankheiten, je einen Fall von Dysenteria
catarrhalis, Epilepsie, Pleuritis, Herzfehler mit Hirnembolie, chron. Magenkatarrh mit
Hypochondrie. — Die relativ geringe Zahl der im Krankenhause entstandenen Typhen
scheint gegen die Contagion im engem Sinn zu sprechen, für welche die Verhältnisse
doch entschieden günstig waren, oder auf der andern Seite das bekannte Factum zu
bestätigen, dass eine allmählige Gewöhnung an Typhusmiasmea stattfindet.
Unter der Gesammtzahl von 219 Typhen waren im Ganzen 15 solche Kranke,
die an anderweitigen Krankheiten litten, wovon 6 chron., 9 acut. Hinzukommen 3 Fälle
v °n Schwangerschaft resp. Puerperium Nicht werden selbstverständlich solche Fälle
erwähnt, in denen das Bestehen einer gleichzeitigen andern Krankheit für den Ablauf
des Typhus ganz gleichgültig sein kann.
Unter den 7 Fällen bisheriger chronischer Erkankung war ein Fall von Dia
betes mellitus. Der Typhus verlief in mittelere Schwere, in der ganzen Dauer
ohne Diarrhoe. Der Urin war während des Fiebers an Menge geringer als später,
v °n gleichem spezifischen Gewicht. Der Kranke magerte nicht mehr als im Typhus ge
wöhnlich ab. Die Reconvalescenz war langwierig.
Zwei Kranke mit physikalisch nachweisbarer Lunge ntuberculose wurden
^genommen. Beide Fälle betrafen junge Leute von 20 Jahren. Bei beiden war die
°bron. Pneumonie von geringer Ausdehnung. Beide Fälle verliefen schwer, der eine
111 der sehr zögernden Reconvalescenz mit Öftern Fieberexacerbationen, heftigem
ßronchialkatarrh und unmotivirten Frösten, — der andere mit anhaltend hohem Fieber
und geringen Morgenremissionen, mit einem Anfall von Hämoptoe. Bei beiden war
bei der Entlassung der Bronchialkatarrh fast verschwunden, und damit ein Stillstand
lm Krankheitsprocesse in den Lungen eingetreten, sowie die Allgemein’-Ernährung
gut war, Umstände, die wohl nur der Hospitalpflege zugeschrieben werden müssen.
*) Im. betreffenden Saale lag vor Erkrankung der Wärterin nur eine Typhuskranke. Dieser
^ a ll zeichnete sich aus durch colossale miliaria rubra, später mit eitrigen Inhalt der Bläschen.
Wochen nach Aufnahme dieser Kranken erkrankte die Wärterin.

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