Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1868 (Band XV.)

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grossem Werth und in den meisten Fällen giebt seine Anwendung richtige Resultate, 
indem die Schwere eines Falls sich entsprechend den Bewegungen des Quecksilbers 
yerhilt, — aber er ist ein willkührlich und einseitig gewählter; man misst nah 
dem Thermometer nur eine Erscheinung des Fiebers und das Fieber wieder ist nur 
ein Symptom der Krankheit. Zahlreiche Beispiele lehrten, dass dies gewählte Maass 
durchaus nicht immer richtig misst, denn in der obigen Eintheilung nach dem 
Griessinger’schen Maassstab wurden einerseits Kranke, deren Organimus so energisch 
auf die Infection mit Typhusgift reagirte, dass sie alle Symptome eines schwerert 
Typhus zeigten, unter die Abortivfälle gestellt, andrerseits rubrizirten andre unter 
die „ausgebildeten“ Typhen, die unter Umständen ihr Kranksein fast ambulatorisch 
hätten abmachen können. 
Bei Berechnung der Aufenthaltsdauer im Hospital werden 22 Todesfälle 
nicht mitgerechnet, ebenso nicht 6 Fälle, die unter dem übrigen Krankenstände von 
Typhus befallen wurden, endlich ein Fall gestrichen, der noch während des Fiebers 
entlassen ward. Von demnach 190 genesen entlassenen Typhuskranken verblieben 
im Krankenhause; 
weniger als 14 Tage 
zwischen 2 — 4 Wochen 
11 
11 
11 
über 
5 
7 
8 
u. 
6 
u. 8 
ui 10 
10 
71 
7 Kranke 
46 „ 
53 „ 
44 „ 
25 „ 
15 .. 
Der durchschnittliche Aufenthalt der geheilt entlassenen Kranken war. . . 47 Tage- 
Folgen wir den oben gegebenen Abtheilungen, so ergiebt sich für 102 
geheilt entlassene schwere Typhen ein Durchschnittsaufenthalt von 55 » 
für 67 ausgebildete aber leichtere Typhen 33 ,i 
für Febricula-Formen 16 ” 
Oder nach der Eintheilung von Typhus und Abortivtyphus 
für 143 Typhusfälle eine durchschnittl. Aufenthaltsdauer von 49 » 
für 47 Abortivtyphen „ „ „ 23 » 
Eine Angabe über die Vertheilung der Typhusfälle auf die verschiedenen 
Lebensalter und Geschlechter kann nicht sonderlich von Interesse sein, denn d ie den» 
Typhus vorzugsweise ausgesetzten Lebensjahre sind natur- und erfahrungsgemäss auch 
die, welche besonders die Krankenhäuser bevölkern; — diese Zahlen müssen a^ 90 
für das Jünglingsalter relativ zu hohe Werthe (vom allg. Gesichtspunkt der Disposit» 011 
zur Erkrankung am Typhus) geben. Aus gleichem Grunde wird die Zahl männlicher 
erkrankter Individuen absolut und relativ höher sich stellen als die der weiblichen- 
Relativ die meisten Todesfälle lieferten weibliche Kranke. — In den nachfolgenden 
Uebersichten versuche ich das Zahlenverhältniss nach Alter und Geschlecht, die Ver
	        

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