Full text: (Band XV.)

Wenn grade die jüngeren Jahre zwischen 15 und 50 am häufigsten zu Iriten 
djsponirten.,, so lag dies gewiss mehr an der vorwiegend weichen Consistenz der 
Cataract und dadurch bedingter restirender corticalis; die Seherfolge gestalteten sich 
trotzdem bei der jüngeren Generation besser, wohl aus dem Grunde, weil mit dem 
Alter ja auch physiologisch die Sehschärfe abnimmt. Zwischen den Altersjahren 
50 und 80 blieb das Verhältniss in Betreff Heilung und Sehschärfe ein ziemlich 
gleiches, nur trat bei höherem Alter die Heilung langsamer ein, verlief alsdann aber 
meist ohne stärkere Reaction. 
Was die Dauer des durchschnittlichen Aufenthaltes der Patienten auf db r 
Klinik betrifft, so wurden im Ganzen 1346 Verpflegungstage notirt, welche für eine 
Zahl von 80 Kranken einen durchschnittlichen Aufenthalt von 16 3 /i Tagen ergeben- 
Es ist hierbei zu beachten, dass bei 14 Doppelextractionen die Heilungsdauer stets 
doppelt gezählt wurde, einerlei, ob sie kürzere oder längere Zeit gewährt hatte. Es 
galt als Princip, die Patienten bis zu ihrer völligen Heilung im Hospital zu halten,, 
besonders die häufig nachfolgenden und hartnäckigen Conjunctivalcatarrhe wurden 
erst zu beseitigen versucht, so dass sich dadurch die Entlassung oft verzögerte- 
Ebenso wurde es vorgezogen, die indicirten Discisionen und Iridectomien während des 
Hospitalaufenthaltes zu machen, wodurch mehrfach ein Aufenthalt bis zu 50 Tagen 
erforderlich war; die niedrigste Dauer betrug 9 Tage. 
Die Zahl der Nachoperationen vertheilt sich auf 10 Discisionen und 3 Iridectomien, 
wovon 2 mal beide Operationen an demselben Auge vollzogen wurden, lmal wurde 
die Discision gemacht bei einer cat. träum, mit völlig normalem Operations- und 
Heilverlauf, wo durch Spaltung der zurückgebliebenen Kapsel S von 2 /V auf 1 gebracht 
wurde; 5mal nach Iritis und dadurch bedingter Zellenwucherung, wo S = 2 /V, 2 / 7 > 7*> V 5 
erreicht ward und nur der eine Fall als Resultat „Fingerzählen auf 2' “ ergab. Em 
Fall mit zurückgebliebener corticalis wurde 2mal discidirt und ergab ein schliessliche« 
Resultat von S == 2 / 5 ; einmal betrug S nach der Discision Vs und im letzten FaE 
wo die Cataract durch Synicesis pup. und Iritis chron. eomplicirt war = Vs. 
Die Iridectomien betrafen einen complicirten Fall von Glaucom, wo S auf A® 
stieg, einen zweiten Fall, wo wie schon oben angegeben, Iridectomie und Discisiö» 
erfolglos blieb und den dritten Fall, wo nach einer schweren Iritis S == Vö erreich* 
wurde. Mehrfach entzogen sich die Patienten der weiteren Behandlung, so besonders 
in mehreren Fällen, wo bei intensiver Kapselstrübung und einer Sehschärfe von 
y 7 V 10 eine kleine Discision S verdoppelt haben würde. Doch wurde auch häufig 
nach längerer Zeit eine spontane Resorption und eine demgemäss steigende Sehschärfe 
beobachtet. Sollten sich freilich die Erfahrungen von Critchett und Bowman bestätigen' 
dass die Discisionen, je früher sie nach der Heilung vorgenommen werden, um 
ungefährlicher sind und um so leichter zu einem günstigem Resultat führen, so wur 
gewiss noch viel häufiger die Discision indicirt erscheinen und man sich nicht v
	        
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