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Praxis berechtigten, will ich ausser dem oben angeführten noch nachfolgenden Fall,
der auch sonstige interessante Data bietet, hervorheben. Es betraf derselbe einen
jährigen Landmann mit einer seit 3 Jahren bestandenen beiderseitigen Cataract;
rechts war S auf quantitative Lichtempfindungen beschränkt, links las Patient noch
J- Nr. 2 Bei der diaenosticirten weichen Consistenz der Linse wurden auf dem rechten
A uge zunächst mehrfache Discisionen ausgeführt, die aber wegen der geringen
Neigung der Linse zu quellen, erfolglos blieben. Es wurde hierbei die eigenthühmliche
Beobachtung gemacht, dass jedesmal nach der Discision und nach Abfluss einer
geringen Menge von Kammerwasser beim Ausziehen des Instruments vom ganzen
Ciliartheil der iris her kleine Blutmassen entstanden, die nach kurzer Zeit zu einem
geschlossenen Saum auf der iris zusammen flössen; eine Stunde nach der Operation
war das Blut spurlos wieder verschwunden. Woher hier die Blutung stammte und
Wodurch sie hervorgerufen wurde, war nicht sicher zu entscheiden; Verletzung der
iris ist natürlich ausgeschlossen. Am wahrscheinlichsten ist wohl die Annahme, dass
durch Herabsetzung des Drucks in der vordem Kammer einzelne Ciliargefässe eine
^erreissung erfahren und das Blut haben austreten lassen, obgleich dann vielleicht
eher die Blutung mehr aus einer Gegend hätte kommen müssen, während sie hier
ganz gleichmässig an der ganzen Peripherie der iris auftrat. Aehnlhhe Fälle, wie
sie von Anderen beschrieben sind, scheinen gleichfalls den Beobachtern räthselhaft
geblieben zu sein. Bei der später ausgeführten Extraction floss sofort die vordere
Kammer voll Blut, die Linse, welche Kleisterconsistenz zeigte, stellte sich ein, rückte
aber nicht vor; erst bei energischer Anwendung des Dru< kmanövers trat ein Theil
der Linsenmasse aus der Wunde hervor, zugleich aber erschien eine Glaskörperhernie,
die nur mit Mühe wieder zurückgebracht werden konnte. Es wurde jetzt, da bei
Weiteren Versuchen die Linse zu entbinden, stets Glaskörperhernien neben der Linse
h eraustraten und es nicht möglich war, letztere, ohne beträchtlichen Glaskörperprolaps
Zu riskiren, frei zu machen, die herzorgequollene Linsenmasse abgetragen und
Beschlossen von der Extraction abzustehen. Der Heilungsverlauf war, abgesehen von
einem Irisprolaps, welcher abgetragen wurde, normal; die Cataract resorbirte sich so weit,
dass nur noch in der Mitte der Pupille ein 3 mm breiter Rest gelegen war Nach
eimaliger Discision, wobei wieder dasselbe Phänomen der Blutung auftrat, wurde
Patient mit einer Sehschärfe von 2 / 5 entlassen
lleilverlauf.
Von 80 Fällen zeigten 20 einen abnormen Heilungsverlauf und zwar in
folgender Weise;
9 mal trat leichte Iritis auf.
6mal schwere plastische Iritis,
8 mal stärkere Nachblutung,

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