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machen, um den Staar ohne Reibung durchtreten zu lassen. Auch scheint dies
Weniger dem Zweck des Manövers zu entsprechen, als vielmehr der Linse bei erschwertem
-Austritt einen locus minoris resistentiae zu schaffen und dadurch ihre Hinleitung und
ihren Eintritt in die Wunde eher zu ermöglichen. Ob die Quetschung, welche die
^ undränder beim Sturzmanöver erleiden, eine grössere ist, wie beim Anlegen des
Gräfe’sehen Löffels, steht wohl in Frage, ist aber jedenfalls ohne Bedeutung, da
ßriahrungsgemäss ein so geringer Insult von keinem üblen Einfluss auf den Heilungs-
Verlauf ist. 1st die Linse einmal mit ihrer Peripherie in die Wunde eingetreten, so ist
ni °ht einzusehen, warum eine geringere Quetschung der Wundränder eintreten sollte,
Wenn das Niederdrücken der Lefzen durch den Löffel geschieht, als wenn der Staar
Se lbst das Auseinanderdrängen derselben besorgt. Auch möchte der Gräfe’sche Löffel,
da er unmittelbar als fremder Körper auf den Wundrand und die Zonula einwirkt,
dichter zu Reizerscheinungen und Glaskörperprolapsen disponiren als der anästhetische
Löffel, der nur unverletzte Theile des bulbus berührt und dessen Druck sich gleichmässig
v ° n den Augenmedien auf die Linse fortpflanzt, so dass dieHyaloidea.au allen Stellen
mrie gleiche Spannung bewahren muss.
Zurückbleibende Corticalreste, coagulirtes und flüssiges Blut wurde mehr oder
minder leicht und rasch durch streichende Bewegungen mit den Lidern (Melkmanöver)
ncrausgeschwemmt. Blieben dennoch mitunter Reste zurück, so mag dies theilweise
•m der Unmöglichkeit «'elegen haben, dieselben ohne Iractionsinstrumente und ohne die
Gefahr des Glaskörperprolapses zu riskiren, zu entfernen, theils auch wohl anfangs in
zitier ungenügenden Beleuchtung, da es ohne Anwendung des concentrirten Lichtes
üicht immer möglich ist, die oft durchsichtigen Corticalreste genau zu erkennen.
Ls verdient daher gewiss die Knapp’sche Empfehlung der künstlichen Beleuchtung
Operationsfeldes mittelst der Linse alle Beachtung, wenn gleich die Art der
■^Wendung noch einige Unbequemlichkeiten darbieten mag.
Die Nachbehandlung geschah in der gewöhnlichen Weise mittelst Druckverband
•fait Watte gepolsterte Leinwandläppchen und Flanellbinden), der bei normalem Verlauf
m eist am 3 Tage mit einer einfach leinenen Schutzbinde oder blauen Brille vertauscht
o
Wu rde. Alle übrigen Verbandmittel, als elastische, leinene und Gaze-Binden, die
Ver suchsweise angewandt wurden, entsprachen ihrem Zweck bei weitem nicht in dein
^rade wie die feinen weichen Flanellbinden, welche stets von den Patienten vorgezogen
Wurden. Atropin wurde erst nach vollendeter Heilung mstilliit, da sich häufig bei
sofortigen Anwendung gleich nach der Operation, wie es empfohlen ist, um
V( ' r kappten Iriten vorzubeugen, heftige Conjunctivalreizung einstellte, die später zu
Entzündungen der ' r ' 8 disponirte und die Heilung verzögerte. Bei abnormen Verlauf,
Iriten leichteren Grades, starker Conjunctivalreizung und ähnlichen Zufällen wurde
antiphlogistische Behandlung eingeschlagen. Bei Iriten heftigeren Grades leisteten
f E e besonders von Mooren empfohlenen warmen Amidamumschläge mehrfach täglich

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