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empfohlen ist, dass zunächst mit der in den einen Wundwinkel eingeführten Scheeren-
spitze hier die Iris knapp abgeschnitten, letztere alsdann mit der Pincette gefasst,
leise zum andern Winkel hinübergezogen und hier ebenfalls hart am Rande abgetrenn*
wurde. Die Iriseinklemmungen, welche sonst eine nicht seltene Complication zu
bilden pflegen, wurden hierdurch auf einzelne wenige Fälle reducirt, wo eben eine
genügende Excision wegen zufälliger Hindernisse bei der Operation nicht gelang-
Wie häufig aber grade Iriseinklemmungen zu nachträglichen Entzündungen und zur
verzögerten Heilung Veranlassung geben, ist bekannt, daher die sorgfältigste Ausführung
dieses Actes gewiss von grosser Bedeutung ist. Es ist gewiss rationell, lieber geringe
Blendungserscheinungen mit in den Kauf zu nehmen, als durch zu sparsame Iridectornie
Alles aufs Spiel zu setzen; obgleich fast immer der Einfluss der grossen Coloborne
auf die Sehschärfe constatirt werden konnte, so dass die mit stenopäischer Lorgnette
ausgeführten Sehbestimmungen oft das Doppelte der Ziffer ergaben, als die ohne
diese Correction angestellten.
Die Spaltung der Kapsel geschah mit dem gewöhnlichen Gräfe’schen Cystitot«
und zwar in möglichst weitem Umfang bis zur oberen Aequatorialgränze. In einzelne«
Fällen schien der Kapselriss nicht in genügender Ausdehnung erfolgt zu sein, so dass
ein nochmaliges Eingehen mit dem Cystitom nöthig wurde; doch genügte dies dann
stets, falls das Hinderniss hierin beruhte, zur Entbindung der Linse und wurde es
desshalb nie versucht, nach dem Vorschlag v. Gräfe’s, noch etwas in die hintere
Corticalis vorzudringen, um eine grössere Beweglichkeit der Linse zu veranlassen.
Zur Linsenentbindung wurde in der ersten Zeit das Schlittenmanöver angewandt)
später nach der Veröffentlichung v. Gräfe’s über den anästhetischen Löffel, letzter er
in allen Fällen vorgezogen. Nur in ganz vereinzelten Fällen bewies sich das Stu rZ '
manöver als unzureichend, indem die Linse sich nicht in die Wunde stellte, doch
trifft hieraus dem Verfahren kein Vorwurf, denn es war nachträglich meist ersichtlich)
dass entweder ungenügende Kapseleröffnung, Neigung der Linse zu luxiren he 1
pathologischen Zuständen des Glaskörpers, zu kleine Seleralwunde und ähnlich 0
Verhältnisse, die Ursache des erschwerten Austrittes waren. Bei solchen Hindernisse 11
genügte stets die Beseitigung dieser die verzögerte Entbindung veranlassende«
Momente und erwies sich dabei ein leiser Druck mit dem Gräfe’schen Löffel auf de«
unteren Wundrand zur Beschleunigung des Austritts als sehr zweckentsprechend-
Zum Hacken wurde beim Schlittenmanöver dreimal gegriffen, beim SturzmanövC
bedurfte es desselben nie. Beide Verfahren mit einander zu combiniren, wie < s
Knapp und Horner vorziehen, sowie den Lidhalter nach der Cystitomie zu entferne«)
scheint, abgesehen von der Unbequemlichkeit, dem Assistenten die Fixirpincette z «
überlassen, keine besonderen Vortheile darzubieten. Das Abstreifen von Corticalraasse«
lässt sich, wenn einmal die Bedingungen dafür gegeben sind, kaum durch d^ s
Schlittenmanöver verhindern, da es nicht möglich ist, die Wunde soweit klaffe« zU

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