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Salmiak-Jod-Wasserdämpfen, die in besonderen Apparaten entwickelt mittelst der Com-
pressionspurnpe durch den Ohrkatheter eingetrieben werden5 besonders der Einspritzung
von Solutionen des Zinc sulphur, (cgrn. VI. dgrn. VI. in 30 gm. Wasser), des Am
mon. mur. depur. (dgrn. VI. — gm. II.), das Liq. Kali caust. (gtt. IV—XXX.), des Jod
kalium (dgm. VI— gm. IV.). In Betreff der einzelnen Behandlungsmethoden muss ich mich
nach meinen in der Poliklinik des Herrn Dr. Wendt zu Leipzig gemachten Wahr
nehmungen dahin aussprechen, dass man die Behandlung mit verschiedenen Dämpfen»
welche abgesehen von der für den beschäftigten praktischen Arzt sehr in Betracht
kommenden Umständlichkeit, manche Schattenseiten hat, in sehr vielen Fällen völlig
entbehren kann. Wo die Tube nur einigermassen verengt ist, gelangen die Dämpf e
erstlich viel weniger sicher als eingespritzte Medicamente an ihren Bestimmungsort
und zweitens tragen sie vermöge der durch sie bedingten Auflockerung und Schwellung
der Schleimhaut zu einer stärkeren mitunter längere Zeit dauernden Verengerung
wesentlich bei.
In Betracht kommt ferner die schädliche Nebenwirkung, welche namentlich
Salmiak- und Joddämpfe nicht nur auf die Nasenrachenschleimhaut, sondern bei etwas
längerer Anwendung auch auf die Lungen fast jedes Mal ausüben. Die gegen die
Einspritzungsmethode, namentlich von Tröltsch*) erhobenen Vorwürfe, welche dahin
gehen, dass sie eine grössere Geschicklichkeit von Seiten, des Arztes verlange und
dass selbst bei der besten Ausführung etwas von den Medicamenten in den Rachen
hinabrinne, scheinen mir gegenüber den wirklichen Nachtheilen der Behandlung mit
Medicamenten in Dampfform sehr irrelevant. Die nöthige Geschicklichkeit im Ivathe-
terisiren mit den stärker gebogenen für die Injectionen nöthigen Kathetern lässt sich
nach meinem Dafürhalten bei einiger Uebung leicht erwerben, das Herabrinnen einig er
Tropfen der oben angeführten Lösungen erscheint nicht nur völlig bedeutungslos, son
dern kann selbst erwünscht sein, wo eine gleichzeitige Erkrankung der Schleimhaut
des Rachens zu beseitigen wäre. Die Anwendung der überhaupt etwas schwierig zU
handhabenden Compressionspumpe halte ich bei Vornahme der Einspritzungen für noch
überflüssiger als den Gebrauch der dünnen elastischen Katheter, durch welche, nach
dem man sie in einem silbernen Ohrkatheter bis zurn isthmus tubae vorgeschoben,
Injectionen mittelst einer Prava’schen Spritze vorgenommen werden. Das einfachste
und sicherste Verfahren besteht darin, dass man in den gutliegenden gewöhnlichen
Ohrkatheter, nachdem man sich durch die einfache Luftdouche von der Durchgängig^ 01
der Tube überzeugt hat, während einer Schluckbewegung des Kranken einige Tropfe 0
zur Zeit einspritzt und dann mittelst eines Gummiballons, dessen Ansatzstück genaü
in den Katheter passt, einen kräftigen Luftstrom eintreibt. Auf diese Weise gelang 11
*) Lehrb. der Ohrenhk. S. 293.

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