für warme und trockne Füsse zu sorgen, kalte Morgen- und Abendluft zu meiden und
ihre Ohren sorgfältig mit Baumwolle zu verstopfen.
Ausserdem verdient die Behandlung der Schleimhaut des Nasenrachenraumes
vollste und eingehendste Berücksichtigung; dadurch genügt man in vielen Fällen der
wuchtigen indicatio causalis, wo solche überhaupt noch in Betracht kommen kann.
Bei frischeren und leichteren Entzündungen kommt man schon mit einfachem Gurgeln
mit kaltem Wasser oder mit Kochsalz- und Alaunauflösungen sehr weit. Längere Zeit
fortgesetztes Gurgeln ist nicht nur von grossem Nutzen für die Entfernung von Schleim-
massen und die Beseitigung von Wulstung und Auflockerung der Schleimhaut, sondern
es gewinnt noch dadurch an Werth, dass eine gewisse Gymnastik der Schlingmuskula
tur damit verknüpft ist, wodurch die Tubenmuskeln an Kraft und Energie gewinnen
und die aus Sclnvellung der Trompetenschleimhaut folgende Verengerung in ihrer Be
deutung für das Ohr etwas beschränken. Sehr chronische mit bedeutender Verdickung
des Gewebes, umschriebenen Wulstungen und Granulationen einhergehende Schleim
hauterkrankungen erfordern neben Gurgeln mitunter nachdrücklicheres Einschreiten:
Aetzung mit Höllenstein in Substanz oder Lösung, Bepinselung mit Jodtinctur, liquo 1 ’
ferri sesquichlorati, Betupfen besonders geschwellter Partien mit pulverisirtem Alaun-
Direkte Aetzung der Tubenmündung und ihrer Umgebung kann man dadurch erreichen
dass man Aetzmittelträger durch einen Ohrkatheter gedeckt einführt, oder dass man
sich eines kleinen Schwämmchens bedient, welches an einem zweckmässig gebogenen
Fischbeinstäbchen befestigt bei tiefer Inspiration des Kranken vom Munde aus um
den Gaumen herum nach oben und seitwärts geleitet wird. Congestivzustände mit
vermehrter Schwerhörigkeit, die solchen Aetzungen mitunter folgen, pflegen meistens
sehr bald wieder zu schwinden und häufig macht sich schon in kurzer Zeit bedeu
tende Besserung bemerkbar. Ein ausgezeichnetes Mittel, in ausgiebiger Weise auf die
ganze Nasenrachenhöhle mit medieamentösen Stoffen einzuwirken und selbige von an-
gehäuftem Schleim zu befreien, besitzen wir in der von Weber in Halle angegebenen
Nasendouche. Zu wiederholten Malen beobachtete ich schon nach wenigen Applicatio-
nen derselben, wobei öfter grosse Mengen zähen Sekretes und Borken vertrockneten
graugrünlichen Schleimes entleert wurden, auffallend rasche Besserung des Rachen
und Tubenkatarrhs. Zweckmässig ist es, statt sich reinen Wassers zu bedienen, durch
welches die Epithelien und die oberen Schleimhautschichten eine Aufquellung erfahren,
einen geringen Zusatz von Kochsalz, Alaun oder Jodtinctur zu machen.
Hypertrophische Tonsillen trage man ab; die übrige Behandlung des Obr-
katairhs kann dadurch wesentlich unterstützt werden. Aetzungen der Mandeln nflA
argentum oder Bepinseln mit Jodtinctur erwiesen sich mir als ganz nutzlos.
Die rein örtliche Behandlung des erkranten Mittelohres besteht hauptsächlich
in der wiederholten Anwendung der Luftdouche, der Sondirung der Ohrtrompete, der
Einführung medicamentöser Stoffe in Dampf- Gas- oder flüssiger Form. Bei richtig^

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