therapeutische Bemühungen ein guter Erfolg erzielt werden, da wie früher erwähnt
wurde, Kalkablagerungen im Trommelfell durchaus nicht immer mit Verkalkungen der
Fenstermembranen complicirt sind, und die Schwingungsfähigkeit des Trommelfells
durch sie nicht sehr beeinträchtigt" zu werden scheint.
Von Wichtigkeit für die Beurtheilung eines gegebenen Falles ist auch das
Verhalten der Tube. 1st sie vom Rachen aus ergriffen, nur mässig verschwollen und
mit Sekret verstopft, hört man einen vollen rasselnden Strom durchdringen, oder
wird schon beim Valsalva’schen Versuch Luft ins Ohr getrieben, so ist die Prognose,
wenn nicht besondere Verhältnisse in der Pauke obwalten sehr günstig; minder
günstig, jedoch nicht unbedingt schlecht kann man die Vorhersage stellen, wenn bei
nicht bedeutenden Veränderungen am Trommelfell zwar das Einblasen von Luft in
die Tube nur schwer gelingt, wohl aber ein Bougie das Hinderniss leichter zu über
winden vermag. Ungünstig ist es ferner, wenn bei der Auskultation trockne, scharfe
und dünne Geräusche vernommen werden; wenn sich in der Wölbung des Trommel
fells, an dem Lichtkegel oder dem Hammergriff gar - keine Veränderungen nach der
Luftdouche zeigen, wenn der Process, wie es meistens in diesen Fällen geschieht, sich
sehr langsam und schleichend entwickelt hatte, besonders aber, wenn man es mit der
sogenannten trocknen Form des Katarrhs zu thun hat. Die Untersuchung der Tube
gewinnt besonders erst dadurch an Werth, dass man neben der Inspektion des Trom
melfells vor und nach der Douche eine gewissenhafte Hörprüfung anstellt. Ist keine
merkliche Gehörbesserung wahrzunehmen oder die Besserung von sehr kurzer Dauer,
nimmt sie nicht von Tag zu Tag wenigstens etwas zu, so muss man, sollte man selbst
einen frischeren Fall vor sich haben, der auch in Betracht seiner übrigen Verhält
nisse günstig zu sein scheint, die Prognose dennoch sehr vorsichtig stellen.
Ungünstig sind weiter hin alle jene Fälle zu beurtheilen, wo vom Knochen
aus eine Stimmgabel auf dem schlechteren Ohr nicht besser gehört wird, als auf dem
besseren, weil hierin ein Beweis liegt, dass die Erkrankung ihren Sitz nicht in den
Schallleitungsapparaten hat; sondern dass zugleich oder allein die schallpercipirenden
Organe ergriffen sind
Nicht selten kann man die Erfahrung machen, dass fast alle erwähnten h* r
die Prognose in Betracht kommenden Momente uns bei Beurtheilung der einzelnen
Fälle wenig zu Hülfe kommen, und dass erst die eingeleitete Behandlung mit einig e1 ’
Sicherheit die Voraussage zu stellen erlaubt. Schwartze*) äussert sich über diesen
Gegenstand folgendermassen: „Es bleibt uns vorläufig nur der therapeutische Versuch-
Sehen wir die örtliche Behandlung eine Zeitlang (8 — 14 Tage) mit Consequenz und
Umsicht ausgeführt ohne allen Nutzen für Function und subjective Beschwerden des
*) Prakt. Beiträge zur Ohrenheilk. Würzburg 1864, S. 24.

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