krankt ist, wenigstens findet man meistens nicht unerhebliche Veränderungen am
Trommelfell. Ueberhaupt kann man sagen, dass die Aussicht desto besser sich ge
ilte, je mehr in der Tube der Hauptsitz der Erkrankung sich befindet und je un
bedeutender die Pauke selbst von Anfang an afficirt war. Dahingegen versteht es sich
v °n selbst, dass nicht alle Tubenerkrankungen gleichen Werth haben für die Beur
teilung des Leidens im Allgemeinen. So wird eine völlige Obliteration der Trompete,
selbst da wo die Pauke noch recht intact ist, doch nur eine missliche Prognose ge
statten. Fast ebenso ungünstig sind die Fälle zu beurtheilen, wo zwar keine völlige
Obliteration, wohl aber neben einer gleichzeitigen meistens sehr hartnäckigen Pharyn-
grtis granulosa eine bedeutende Verengung besteht; denn es dürfte meistens weder
bei der einen noch bei der anderen durch irgend welche Behandlung ein günstiges
Resultat zu erzielen sein. Bedeutend besser ist die Prognose bei denjenigen Arten des
Aachen- und Tubenkatarrhs, die bei sonst gesunden Individuen nur vorübergehenden
örtlichen Ursachen ihre Entstehung verdankten, oder aus Constitutionsanomalien, die
einer raschen Besserung fähig sind, entsprungen waren. Hier pflegt meistens mit der
Beseitigung der Ursachen die Wirkung, die sich durch Einwärtswölbung des Trommel-
fel ls, leichte Betheiligung des Paukenschleimhaut kundgab, aufzuhören. War hingegen
die Schleimhaut bedeutend afficirt, kam es zu erheblicher Infiltration des Gewebes,
°der gar zu Adhaesionen, so pflegt auch in diesen Fällen, selbst wenn eine rasche
u nd energische Behandlung eingeleitet wird, die unausbleiblich folgende Sclerosirung
e ' ne schwere nicht zu hebende Störung hervorzurufen Denn was von ungünstigen
Resultaten der Behandlung chronisch infiltrirter Schleimhäute überhaupt gilt, das gilt
m demselben Maasse von der Schleimhaut der Pauke, obgleich man hier durch Appli
cation medicamentöser Stoffe noch directer und anhaltender einzuwirken vermag als
lri manchen anderen Körperregionen.
Jüngere Individuen gestatten durchschnittlich eine bessere Vorhersage als
äRere, weil bei jenen im Allgemeinen die Tendenz zur Ausgleichung einer Störung
erier gischer zu sein pflegt als bei diesen. Ungünstig ferner ist die Prognose bei
B e: 'ten, welche durch ihren Beruf und ihre Lebensweise wiederholt Schädlichkeiten
Sle b aussetzen, welche katarrhalische Erkrankungen überhaupt zu begünstigen pflegen.
Auc b die durch klimatische Ungunst mancher Gegenden erzeugte Mittelohrerkrankung
tr °tzt gewöhnlich jedweder Behandlung, wenn es nicht möglich ist, den Patienten in
an dere Verhältnisse zu bringen.
V on wesentlicher prognostischer Bedeutung ist das Verhalten des Trommelfells.
ei diffusen, gleichmässigen, starken Trübungen und Verdickungen, sowie bei sehr
lr hensiven Randtrübungen ist die Prognose gewöhnlich ebenso ungünstig wie bei aus-
S el dldeten Adhaesionen und lange bestehender Einwärtswölbung, bei welcher wahr
scheinlich eine secundäre Verkürzung der Sehne des tensor tym^ani entstanden ist.
a §egen wird auch bei ausgedehnten Verkalkungen noch mitunter durch sorgfältige
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