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Man sieht demnach, dass die Untersuchung mittelst des Katheters nur über
den jeweiligen Zustand der Tube Aufschluss zu geben vermag und dass man bei
Mangel aller auf eine Erkrankung der Trompete hinweisender Symptome durchaus
nicht auf gleiche Integrität der Pauke schliessen darf. Mitunter kann man aus der
Art und Stärke der Schwerhörigkeit erkennen, welche Theile vorzugsweise erkrankt
sind. Zeigt sich ein öfterer Wechsel im Befinden des Gehörs, bessert es sich iu
kalter trockner Luft, tritt bei grösserer Feuchtigkeit der Athmosphäre und beim
Uebergang aus kalter in warme Luft eine Verschlechterung ein, vermag der Kranke
durch Einpressen von Luft in die Tube seine Gehörschärfe zeitweilig zu erhöhen, so
kann man mit ziemlicher Gewissheit annehmen, dass die Tube der Hauptsitz der Er
krankung sei, insofern jene verschiedenen Temperatureinflüsse, wie schon erwähnt
auf die Schwellung der Schleimhaut und die Durchgängigkeit der Tube sich
verschieden verhalten. Bei gleichbleibender Gehörverminderung dagegen, die keine
Beeinflussung von Seiten jener Temperaturschwankungen erkennen lässt, ist die Stö
rung vorwiegend in der Pauke zu suchen. Ausser der Berücksichtigung dieser Ver
hältnisse sind Rachen uud Nase aufs genaueste zu untersuchen. Dabei wird man
unter Würdigung der Anamnese, verbunden mit Gehörprüfungen schon in vielen Fällen
sich ein annähernd richtiges Urtheil über das Wesen der Erkrankung des Gehörs
bilden können. Es sei aber noch einmal darauf hingewiesen, dass man zu einer aus
reichenden Klarheit in Betreff der Diagnose, Prognose und Therapie nur dann g e '
langen wird, wenn man sich aller zu Gebote stehenden Hülfsmittel in der gewissen
haftesten Weise bedient.
Prognose,
Die Prognose ist bei diesem Uebel nach Art und Beschaffenheit der einzelnen
Fälle verschieden, im Allgemeinen günstig bei nicht zu langer Dauer desselben, bei
geringen Veränderungen am Trommelfell, bei unbedeutenden subjectivcn Symptomen.
Hinsichtlich der Dauer des Leidens muss indessen bemerkt werden, dass es einerseits
Fälle giebt, in denen man sich Angesichts der kurzen Dauer zu einer guten Prognose
berechtigt glaubt, die aber dennoch, wie der geringe Erfolg der Kur bald zeigt, zU
den ungünstigsten gehören; andererseits finden sich Kranke, bei denen trotz 10—*10
jährigem Bestehen des Leidens eine wesentliche Besserung erzielt wird. Es lässt sich
nicht immer genau feststellen, in welchen Verhältnissen dieser Unterschied begründet
ist. Bei hereditärer Anlage pflegt selbst in frischeren Fällen, ebenso bei den i rrl
Typhus, im Wochenbett, in der Catamenialperiode entstandenen Erkrankungen der
Ausgang erfahrungsgemäss kein besonders günstiger zu sein Dieses scheint dahei
zu rühren, dass hier neben der Tube gleichzeitig die Pauke in intensiver Weise e r "

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