schon wesentlich gelitten hatte und der acute Process das relativ gesunde Ohr
befiel.
Die Schwerhörigkeit steht oft in keinem Verhältniss zu den Ergebnissen der
pbysikalichen Untersuchung. Man findet häufig genug das Trommelfell so verändert,
dass man nach dem Aussehen desselben auf bedeutende Schwerhörigkeit schliessen
Möchte, während in Wirklichkeit das Gehörvermögen noch recht gut ist; umgekehrt
kann man bei äusserlich sichtbaren gerinfügigen Abnormitäten einem hohen Grad von
Schwerhörigkeit begegnen. Hier hat sich die Erkrankung in wichtigen und empfind
lichen Theilen localisirt: unbedeutende Verdickung oder Elasticitätsabnahme der Mem
branen der beiden Fenster veranlassen bedeutende Störungen, während bei hochgra
digen Trübungen des Trommelfells mit Kalkeinlagerungen, Verdichtung der übri en
Paukenschleimhaut das Ohr noch ganz gut fungirt, so lange die der unmittelbaren
Schallleitung zum Labyrinth dienenden Theile noch annähernd normal sind.
Der Wechsel der Hörschärfe ist bei vielen Individuen sehr auffallend, nament
lich bei solchen, welche an der feuchten Form des Katarrhs leiden. Hier hört man
häufig Klagen über vermehrte, am Morgen beim Erwachen sich kundgebende Schwer
hörigkeit, ferner pflegen stärkere Congestionen zum Kopf die Schwerhörigkeit zu
steigern; manchmal sind auch psychische Emotionen, Freude, Aerger, Schreck von un
verkennbar nachtheiligem Einfluss.
Sehr häufig äussert sich ein jäher Temperaturwechsel ungünstig für das Gehör;
^ir sind Personen bekannt, bei denen die Schwerhörigkeit sich auffallend steigerte,
V'enn sie aus der Kälte in ein stark erwärmtes Lokal traten, dagegen pflegt der Ueber-
§ ar >g aus der warmen in die kalte Luft seltener eine Verminderung, vielmehr zum
öfteren eine Verbesserung des Gehörs nach sich zu ziehen. Aehnlich wie die Tem
peratur ist der Feuchtigkeitsgrad der Luft von Einfluss: bei Regenwetter, starken
tterbstnebeln macht oft bedeutend Verschlechterung des Gehörs sich bemerklich.
Diese Verhältnisse hängen Wahrscheinlich von gleichzeitiger Erkrankung der Tuben-
schleimhaut ab, welche bei den verschiedenen Temperaturschwankungen ähnlich an
dren im Reizzustande befindlichen Schleimhäuten wie z. B. die Nasenschleimhaut
beim Schnupfen eine wechselnde Ab- oder Anschwellung erleidet.
Schmerzen sind bei dem einfachen Katarrh selten, wenigstens nicht intensiv
UT1C 1 anhaltend. Die Kranken klagen meistens nur über ein Gefühl von Druck und
^°Hsein im Ohr; in vielen Fällen aber fehlen selbst diese Symptome. Wo aber die
^dspection des Trommelfells und die Untersuchung mittelst der Luftdouche grössere
^kretmassen in der Pauke finden, da sind gewöhnlich schmerzhafte Empfindungen
z ügegen ) können aber mitunter auch völlig fehlen. Die individuelle Empfänglichkeit
für Schmerzeindrücke überhaupt kommt hierbei gewiss sehr in Betracht. Steigern
sich im Verlauf eines chronischen Ohrkatarrhs die Schmerzen rasch und bedeutend,
80 sind sie meistens Zeichen acuter Exacerbation. Untersucht man alsdann mit dem

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