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siveren mit Verdickung und besonders Granulationsbildung einhergehenden Katarrhes
sein. Tröltseh* **) ) glaubt, dass diese Adhaesionen einen gewissen Reizzustand unter
halten und dass in ihnen der Grund zu fortwährend erneuten örtlichen Confestionen
Ö
liege, auch ohne den Hinzutritt weiterer äusserer Schädlichkeiten. Er beruft sich dabei
auf die bekannten Verhältnisse, wie sie bei Adhaesionen zwischen der Iris und der
vorderen Linsenkapsel obwalten. Gegen die Ansicht lässt sich einwenden, dass die
normalen Bewegungen des Trommelfells, der Gehörknöchelchen und der Pauken
muskeln überall so gering sind, dass, wenn auch Adhaesionen zwischen den einzelnen
Theilen bestehen, diese doch schwerlich in so ausgiebiger und nachdrücklicher Weise
gezerrt werden können, dass Congestivzustände das Resultat der Zerrung sein müssten.
Ueberhaupt, sind erst Adhaesionen vorhanden, so wird gleichzeitig auch in den meisten
Fällen die Function der überaus zarten Muskeln in der eben erwähnten Weise so ge
litten haben, dass von einer durch sie bedingten Zerrung gar nicht mehr die Rede
sein kann. Es dürfte überhaupt ein Vergleich zwischen der sehr beweglichen mit
Muskeln und Gefässen reich versehenen, manchen Schädlichkeiten ausgesetzten Ri 9
und den weniger beweglichen, weniger gefässreichen und doch eigentlich geschützt
liegenden, hier in Betracht kommenden Theilen des Mittelohres etwas gewagt er
scheinen.
Selbstverständlich bleiben alle hier geschilderten, durch den feuchten Mittel
ohrkatarrh hervorgerufenen Störungen, ganz dieselben, möge nun die Erkrankung von
der Tube auf die Pauke übergegangen oder primär in dieser entstanden sein.
Der trockne Mittelohrkatarrh, welcher sich durch sclerotische Verdichtung der
Schleimhaut, Abnahme der Elasticität der schwingenden Membranen mit Kalkein
lagerung in dieselben charakterisirt, soll .sich nach Tröltseh*) besonders häufig bei
mageren Individuen mit trockner, zarter Haut und sehr reizbarem Nervensystem zur
Beobachtung stellen. Ob solchem Zustande eine chronische Periostitis mit Hypero
stose oder eine nach acuter Infiltration der Schleimhaut sich langsam entwickelnde
Gewebsschrumpfung zu Grunde liege ist noch nicht ausgemacht. Letzteres sehe mb
nach einigen von mir selbst gemachten Beobachtungen als das wahrscheinlichste a n >
insofern ich durch die Anamnese zu constatiren vermochte, dass vor längerer Zeit
ein unzweifelhaft acuter Process bestanden hatte. Von jener Zeit an hatte die sofort
eingetretene Schwerhörigkeit allmälig und stetig zugenommen und bei der vorg«'
nommenen Untersuchung fanden sich alle Veränderungen, welche dem trocknen Ohr-
katarrh angehören.
Es dürfte angemessen sein, hier noch einiger besonderer für die Pathologm
des Mittelohres in Betracht kommender Verhältnisse des knorpelichen Theiles der
*) Lehrb. der Ohrenhk. S. 229.
**) Lehrb. der Ohrenhk. S. 267.

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