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Ausser den durch katarrhalische Schwellung bedingten Verschluss der Tube
kommt solcher häufig auch durch Tonsillarhypertrophie zu Stande und es ist eine
gewöhnliche Erscheinung, dass mit diesem Uebel Behaftete zugleich an geringerer
oder grösserer Schwerhörigkeit leiden. Man muss indessen nicht glauben, dass ver-
grösserte Mandeln direkt den Tubeneingang verlegen; sie wirken nur mittelbar, in-
^ ein sie den meistens zugleich mit verdickten arcus pharyngopalatinus nach hinten
u ttd oben gegen die Tube drängen und ihre vordere Lippe gegen die hintere pressen.
seltenen Fällen verlegen nicht nur Polypen der hinteren Conchen und des oberen
Rachenraumes, besonders jene voluminösen, welche vom Gaumengewölbe ausgehen,
sondern auch andere Geschwülste, z. B. Cystohygrome des Gaumengewölbes, sarkoma-
tös entartete Lympfdrüsen der hinteren Pharynxwand das ostium pharyngeum der
lube. Indessen dürfte das durch einige derselben bedingte Ohrleiden sehr in den
Hintergrund treten gegenüber der Wichtigkeit und Gefahr, welche diese Tumoren dem
Hesanimtorganismus bereiten. In manchen Fällen soll nach v. Tröltsch das hintere
Rude der unteren Nasenmuschel in Folge einer Hypertrophie des cavernösen Gewebes
d *u Tubeneingang verlegen können.
Syphilitische Narbencontraetionen, wie sie nach Geschwüren in der Umgebung
^ er Tube Vorkommen, können ebenfalls eine Unwegsamkeit derselben bewirken. Von
^ p oi syphilitischen Personen, welche Symptome eines Tubenabschlusses darboten, fand
l0 h mittelst des Rhinoskopes bei zweien einen intensiven Katarrh des Nasenrachen-
uaunies; die Schleimhaut in der Umgebung der Tuben und deren Lippen erschienen
8e hr hyperaemisch, succulent, gewulstet und dicke Pröpfe glasigen, zähen Schleimes
ra gten aus den Ostien hervor. Es braucht hier wohl kaum erwähnt zu werden, dass
Wlr auch bei nicht specifischen Katarrhen ganz denselben Befund haben können, wie
Slc h denn überhaupt der syphilitische Katarrh von dem gewöhnlichen dem Aussehen
Uach in keiner Weise unterscheidet. Bei dem dritten Individuum aber gewahrte ich
an der Basis der vorderen Lippe der rechten Tube ein circa 1 Cm. langes und 3—4
Hin. breites halbgürtelförmiges, tiefes Geschwür mit missfarbiger Oberfiiche und
harzigen Excrescenzen am Rande. Dass später entstehende Narben solcher und ähn-
R°her Geschwüre einen dauernden Verschluss der lube zu Wege bringen können,
kaum zu bezweifeln sein. Wollte man sich die Mühe geben, alle Syphilitischen,
che über Rachenbeschwerden und Schwerhörigkeit klagen, mit dem Rhinoskop zu
lns piciren, würde man ähnliche Veränderungen gewiss öfter beobachten.
Eben so häufig, wenn nicht häufiger geschieht es, dass sich die Wirkung der
katarrhalisch en Erkrankung des Rachenraumes nicht allein auf einfachen Tubenab-
8 Hduss mit dessen Folgen beschränkt, sondern es pflanzt sich selbige auch längs der
Compete auf die Paukenhöhle fort und ruft hier die verschiedenartigsten Störungen
er vor. Es ist auch bekannt, dass Schleimhautentzündungen überhaupt zur Ausbrei-
1Jr '^ auf benachbarte Regionen tendiren; denn wie oft begegnet man nicht Individuen,

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