M osier meint, dass bei dem Fräulein B. das Unterhautzellgewebe fettlos gewesen
sei. Gintrac erzählt, dass die Haut selbst nicht verdickt sei, nur ausgespannt. Hä'
her komme die gehinderte Muskelbewegung, daher dass Gefühl von Fülle im Magen
nach dem Essen. Rilliet drückt sich in unübertretflich unverständlicher Weise so
aus: Das Sclerom ist eine Verhärtung des Derma des Panniculus, theils von einer
Gerinnung von Fett, theils von Congestion abhängig.
Doch genug von diesen mehr oder weniger geistreichen Vermuthungen, gehen
wir zum Reellen.
Section,sbefund von Förster.
In den Lungen ausgedehnte tuberculöse Cavernen, Herz schlaff, dünnwandig»
Schleimhaut der lleum hyperämisch, Follikel geschwollen, hie und da einzelne Tuberkel.
Die Haut des Gesichtes, behaarten Kopfes, Halses, Nacken im Corium normal,
das Unterhautzellgewebe dünn, schlaff und fast ganz fettlos. Diese Stellen waren
blass,, schmutzigweiss, dadurch unterschieden yon den harten, braunen Stellen. B e '
schaffenheit der entarteten Haut an allen Stellen gleich, der einzige Unterschied lag
in der verschiedenen Dicke. Ueber dem Sternum und der Clavicula war die Haut
reichlich 3"' dick, bretthart, am Bauche 1—ld/V", unbeweglich, so hart und straff,
dass man sie hätte zum Trommelfell benutzen können. Am Fussrücken die Haut
2—3'" dick und sehr dunkel.
Auf dem Durchschnitt schien beim ersten Blick jeder Unterschied zwischen
Corium und Zellgewebe aufgehoben, man sah nur eine gleichmässige, weisse, glatte,
harte, glänzende Fläche. Bei näherer Beobachtung liess sich jedoch eine obere und
eine untere Lage erkennen. Das Un t er h autzell g e web e wird durch den Pr°'
cess derSclerosirung in eine dem Corium gleiche, feste, gleichmässig e
Masse umgewandelt. Zunächst war das Fett aus den Maschenräumen des Zell
gewebes verschwunden nur an microscopen Schnitten sah man hie und da klem e
Reihen Fettzellen liegen. Ferner waren die Maschenbalken sehr verdickt, war das
lockere, maschige Zellgewebe in eine derbe, compacte Fasermasse umgewandelt. D ie
elastischen Fasern schienen an der Wucherung ebenfalls Theil genommen zu haben,
da sie in relativ eben so grosser Mengen vorhanden waren, wie in der normalen Haut-
Die Papillen hatten ihre normale Gestalt, Hautdrüsen und, Haare normal, doch sehr
spärlich vertheilt, ebenso wie die Capillaren. Nerven sah F. nur ganz sparsam, sie
waren durch die Menge der umgebenden Fasern verdeckt. F. meint, dass durch diese
Umhüllung der Nerven die Unempfindlichkeit, welche bei Lebzeiten vorhanden g e '
wesen, sich genügend erkläre. Mit den unten liegenden Theilen war das sclerosirte
Zellgewebe straff verbunden, jede lockere, bewegliche Schicht fehlte.
Soweit Förster, nun zu A miner.

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.