chronische Entzündung mit Ausgang in Schrumpfung sich ausgebildet. Dass so etwas
möglich ist, d. h. dass von einer Stelle des Körpers, in der eine chroniche Entzün
dung Statt hat, sich Sclerom ausbilden kann, beweist der Fall von Förster, in dein
von einem Ulcus am Unterschenkel die Sclerodermie, sich über grosse Strecken des
Körpers ausgebreitet hatte.
Mir scheint eben der Fehler aller Autoren, die nach der Aetiologie
fragten, das sie alle Fälle unter eine Mütze bringen wollten. Wem fällt es jetzt noch
ein zu sagen, Pleuritis kann nur nach Erkältung entstehen, oder nur bei Pyämie oder
nur bei Morbus Brightii? Keinem Menschen kommt so etwas in den Gedanken.
Warum soll denn nun allein das Sclerom ausgenommen sein. Es liegt doch Grund dafür vor.
Von grossem Einfluss scheinen ferner Schmerzzustände zu sein, als Scrophu-
lose (Putegnat), Chlorose, Anaemie (M osier) Morbus Brightii nach Intermittens (A u-
spitz). In dem einen Falle von Mosier gingen der Krankheit Kummer, Sorge und
schwere Entbindung voraus. Lasegue klagt im Allgemeinen cachecktische Zustände
an. Köhler, Köbner, Roger, Arning’s Kranken hatten Herzfehler, doch will
Roger die Palpitatrium in keinem Verhältnis zur Krankheit stehen lassen. Thirial
beschuldigt die plötzliche Cession der Menses in 2 Fällen, und eigentümlich genug
trat mit dem Wiedereintritt der Menses Heilung dea Sclerom ein Doch kann sehr
wohl ein Schwächezustand, welcher die Menses cediren machte, auch Grund zum
Sclerom gewesen sein.*)
Drittens tritt als Grund ein Trauma auf. Ich glaube, dass in einem Falle die
wiederholten Beleidigungen, welche das Knie erlitten, Grund zum Sclerom wurden,
um so mehr, da dasselbe seinen Ursprung eben vom Knie aus nahm. Bei GuiH et
ging das Sclerom von einer Vesicatorstelle aus, bei Förster von einem Ulcus.
Viertens wird der ganze Krankheitsprocess mit der Elephantiasis Arabum iu
gleiche Linie gestellt von 0. Weber und Rasmussen. Von vorn herein wird
diese Ansicht etwas ungemein Bestechendes haben, namentlich, wenn wie im Falle
*) Anmerkung. Ich will an diesem Orte zugleich diesen Fall von Thirial inittheilen. Fi QC
15V* Jahr alte Plätterin zog sich vor 3 Monaten beim Waschen im kalte»
Wasser während der Menses eine Menostasie zu. Bald Gefühl von Steifigkeit
am Halse, in wenigen Wochen über den ganzen Oberkörper gehend. Am 4.
April kam sie zu Trousseau. Die Spannung der Haut am Halse, Macken,
Rücken so stark, dass eine Faltenbildung unmöglich war. Die Haut mit dein
unterliegenden Theile sehr fest vereinigt, Beugungen des Halses sehr beein
trächtigt, Augenlieder schwer beweglich, Zunge hart und steif. Haut des Pho-
rax und Brust sowie des Unterleibes steinhart. Die verhärteten Stellen w eder
ödematös, noch geschwollen, normale Fjarbe und Perspiration. Sobald sich
die Menses wieder einstellten, verschwand Alles.

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