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um zu zeigen, wie bisweilen erst nach vielfachen Versuchen, wenn Arzt und Patientin
nur die Geduld nicht verlieren, durch geeignete Manipulationen der erwünschte Er
folg eintreten kann. Leider können wir sonst nicht viel aus dieser zu kurz erzählten
Geschichte entnehmen. Was wir unter dem jedes Mal steigenden Erfolg verstehen
wollen, bleibt uns selbst überlassen. Wir könnten annehmen, dass bei jeder Sitzung
die Uteruswandungen nachgiebiger geworden seien, und daher sich jedes Mal höher
hinauf drängen Hessen. Wir hätten dann vielleicht eine Wirkung der Manipulationen
vor uns, die wir später so entschieden dem Blasentampon zuschreiben werden. Dass
Worster besonders die eine Tubengegend hinaufgedrängt hat, ist vielleicht von unter
geordneter Bedeutung. Wie aber von den Bauchdecken her der einschnürende Ring
des Cervix erweitert werden kann, ist uns nicht recht klar.
Ferner theilen wir eine von Dr. Birnbaum in Köln ausgeführte Reposition
einer 2jährigen Inversion mit. (Monatsschrift für Geburtskunde und Frauen
krankheiten XX. S. 194.) — Patientin 22 Jahr alt, vor 2 Jahren rasch entbunden;
Inversion des Uterus, am 4. Tage des Wochenbetts bemerkt, wurde in die Scheide
zurückgeschoben aber nicht reponirt. Während des Stillens (ein Jahr lang) traten
keine Blutungen auf. Nach Entwöhnung des Kindes wurden die Menstrualblutungen
immer andauernder, die Pausen zwischen denselben wurden immer kürzer. Ein frem
der Arzt, der das Leiden erkannt zu haben scheint, leitete die Blutungen von Ulce-
rationen am Muttermund ab, den er mittelst des Speculums cauterisirte. Birnbaum,
an den sich die Patientin nach zweijährigem Bestehen ihres Leidens (Anfang d. Dec.
1861) wandte, dachte wegen der vorausgegangenen Behandlung an die Möglichkeit
eines Polypen. Er zog mit der Hakenzange den Tumor herab, constatirte ringsum
einen Umschlagssaum, und fühlte in dem vermeintlichen Polypenstiel eine grössere
Arterie pulsiren, wodurch er die Diagnose auf Inversion als gesichert ansah (?). •—
Birnbaum ging in den nächsten Tagen zu wiederholten Malen mit halber Hand in
die Scheide ein, und machte die Geschwulst durch Massiren weicher und leichter ein-
drückbar; während sie aber an einer Stelle nachgab, drängte sie an einer anderen
um so entschiedener hervor (nach ihm ein wesentliches Moment für die Bestätigung
der Diagnose). Die Reposition gelang aber nicht. Nach 14 Tagen ging B. in voll
kommener Chloroformnarkose mit der ganzen Hand in die Scheide, comprimirte und
knetete den Uterus, aber erfolglos. Wegen eintretender Menstruation wurde die Be
handlung 2 Wochen bis zum 6. Januar 1862 unterbrochen. Sodann wurde ein Garlel’-
scher Tampon in die Scheide gebracht, wodurch die Geschwulst gehoben, abgeplattet
und kleiner wurde, und ausserdem wurden täglich mit der Uterinsonde, die mit einem
festgepolsterten ledernen eichelgrossen Knopf versehen war, x /4 Stunde lang directe
Repositionsversuche gemacht, indem dieselbe bald auf den Umschlagssaum, bald aul
die Mitte des fundus uteri, bald von verschiedenen Seiten her auf die, Geschwulst
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aufgesetzt wurde. Dies geschah bis zum 18. Januar mit einzelnen Unterbrechungen.

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