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nennen. In manchen Eällen hat sie den Tod zur unmittelbaren Folge, und immer
verstümmelt sie das Weib in solcher Weise, dass es wohl gerechtfertigt erscheint,
alle andern Mittel der Reposition erst zu versuchen, auch wenn diese nicht ohne Ge
fahr in Anwendung gebracht werden können.
Nach Einführung des Chloroforms. änderte sich die Sache insofern, als jetzt
mehrere Repositionen in der Chloroformnarkose gelangen, die ohne dieselbe nicht
ausgeführt werden konnten. Die Schmerzen, welche nicht nur der Einführung der
ganzen Hand in die Scheide, sondern auch dem Acte der Reposition selbst im Wege
standen, waren kein Hinderniss mehr, die einschnürenden und einklemmenden Muskel
fasern des Muttermundes, welche das Hinauftreten des Uterusgrundes hinderten, er
schlafften, und auch letzterer mochte sich oftmals in der Narkose schlaffer und com-
pressibler zeigen.
Ein hierher gehörender Fall wird in der Monatsschrift für Geburtskunde
(Monatsschrift für Geburtskunde und Fr au enkr a nkh. Berlin 1862. XX.
S. 200.) mitgetheilt. — Dr. Nöggerath (New-York) reponirte bei einer 38jährigen Frau,
die vor 13 Jahren entbunden, und bei welcher wegen der mit der Inversion verbundenen
Blutungen und Beschwerden öfters Repositionsversuche, freilich erfolglos, gemacht
waren, die Inversion in der Chloroformnarkose in einer Sitzung. Lage wie zur Litho-
tomie. N. ging mit der rechten Hand in die Vagina, und umfasste den ganzen in-
vertirten Uterus mit der vollen Hand; dann suchte er mit einem breiten Mastdarm-
bougie in der Axe des Beckens den fundus uteri in die Höhe zu drängen. Alle
Anstrengungen vergeblich. Längere Anwendung des Bougies schien gefährlich. Nun
erfasste er den Uterus mit dem Zeige- und Mittelfinger auf der rechten Seite, während
er den Daumen links auf einen Punkt fixirte, der ungefähr ein Drittel der ganzen
Länge vojn tiefsten Punkte entfernt lag. So übte er mit dem Daumen einen stetigen
Druck nach innen und oben aus, und bewirkte, dass sich hier eine längliche Grube
bildete, welche sich bis in die Umschlagsfalte hinein erstreckte. Unter fortgesetztem
Druck nach oben in dieser Richtung wich die Uterinwand immer höher hinauf, der
untere Theil faltete sich ganz zusammen, folgte, und plötzlich entschlüpfte die ganze
Geschwulst der operirenden Hand. Die Reinversion war vollendet. Die Härnorrha-
gien hörten auf, es folgte ein leichter fluor albus. — Nöggerath nennt sein Verfahren
ein neues, weil man sonst immer die tiefste Stelle des fundus direct nach oben zu
drängen versuche, und glaubt, dass bei der von ihm angewandten Methode am besten
eine Faltung der Uterinwände bewirkt werde, welche für das Zustandekommen der
Reposition von so entschiedenen Nutzen sei. — Wir möchten hieraus ' uns gerade
keine besondere Regel entnehmen, glauben vielmehr, dass man bald in einer, bald m
anderer Weise die Reposition am leichtesten zu Stande bringeji wird.
Lehrreich ist folgender Fall von White. — (A meric. Jo urn. of Med.

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