standen; die Reposition hatte mit keinen besonderen Schwierigkeiten zu kämpfen ge
habt. Die Fälle, welche, wie der unsrige, nach jahrelangem Bestehen zur glücklichen
Heilung führten, und meistens einer längeren Behandlung bedurften, Sind nur spär
lich verzeichnet. Diese bieten für uns ein grösseres Interesse, wesshalb wir sie, so
weit dies zweckmässig erscheint, in dem Folgenden anführen werden.
Unter Heilung einer inversio uteri verstehen wir das Aufhören derselben, die
Hückkehr des Organs zu seiner Normallage. In der Regel wird wohl mit dieser Rück
kehr der indicatio causalis für viele Leiden genügt sein; es hören die Blutungen
auf und die lästigen Symptome von Seiten der Harnorgane und des Darms ver
schwinden. Der Uterus ist nicht mehr wie früher den äussern Insulten, der Ent
zündung oder gar der gangränösen Zerstörung exponirt. Soll man aber die Heilung
e me vollständige nennen, so verlangen wir auch, dass der Uterus in seine nor
malen Functionen eintreten, dass er das in den Ovarien gelös’te Ei mittelst der Tuben
ln Empfang nehmen, und die sich entwickelnde Frucht unter Ausdehnung seiner
Höhle beherbergen könne. Ob dies der Fall, können wir nicht vorherbestimmen,
Wohl aber scheint uns in dem Auftreten einer normalen regelmässig wiederkehrenden
Menstruation eine gewisse Garantie für das gesunde Verhalten der inneren Genitalien
des Weibes zu liegen.
Solche vollständige Heilung der Uterusinversion wird in ganz frischen Fällen
erreicht. Die anwesende Hebamme oder der herbeigerufene Arzt bringen das um-
gestülpte Organ mit den Händen in seine Lage zurück. Wird dies versäumt, und
bleibt das Weib am Leben, so stellen sich mit der Zeit der Reposition immer grössere
Schwierigkeiten in den Weg. Schon bald nach der Entbindung stellen sich ,,Einklem
mungserscheinungen“ ein; der fundus uteri kann nicht mehr auf dem Wege zurück
kehren, den er beim Entstehen der Inversion hat machen müssen, möge der Grund
dazu nun liegen in einer „Contraction der Muttermundsmuskulatur“, oder in einer
entzündlichen Anschwellung der invertirten Parthien selbst. Nach Scanzoni (Lehr
buch d. Krkh. d. wbl. Sexualorg. III. Aufl. p. 117) soll diese durch die Einklemmung be
dingte entzündliche Anschwellung bisweilen nach einigen Tagen schwinden, und dann
dm früher unmögliche Reposition ohne Schwierigkeit gelingen.
Die durch die Inversion 'bewirkte Zerrung des den Uterus überkleidenden
*md des angrenzenden Bauchfells giebt wohl oftmals Anlass zu einer circumscripten
Peritonitis, durch welche sich neue Adhäsionen bilden, welche den Uterus in seiner
üeuen Lage fixiren und seine Reposition erschweren mögen. Dann werden ferner
dm allmählich eintretenden organischen Veränderungen der Uteruswandungen, die
grössere Derbheit derselben, eine veraltete Inversion immer schwieriger reponiren
lassen als eine neu entstandene. Dass diese die Inversion erschwerenden Momente
lri it der Zeit wachsen müssen, ist klar. Die Pseudomembranen werden allmählich
fester; es treten im Laufe der Zeit schon durch unbedeutende Ursachen neue Peri-

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