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Ligatur liegt, eine suppurative Entzündung entsteht, die die Gefässe thrombosirt,
während sie die Abtrennung der Polypen von seinem Mutterboden bewirkt, so wird
die Hämorrhagie vermieden. Levret gab die bei dieser Methode in manchen Fällen
nöthigen Instrumente an; andere sind von Geoch, Nissen, Stark, Desault erfunden.
Ler Letztere verband, damit nicht durch die Schwellung oder später durch Gangrän
u nd Putrescenz des unterbundenen Polypen die Beschwerden noch vergrössert wur
den, mit der Ligatur die sofortige Amputation des Tumors, so natürlich, dass die Li
gatur die Insertionsstelle umfassend liegen blieb, bis sie von selbst durch die de-
niarkirende Eiterung gelöst wurde. So verband er die Schnelligkeit der Amputation
uiit der Sicherheit (gegen Hämorrhagien) der Ligatur. Sitzt der Polyp am After, so
dass er für Hand und Auge gleich zugänglich ist, so bietet diese letzte Methode gar
keine Schwierigkeit. Hat der Polyp im untersten TJaeil des Rectum seine Insertion,
So dass er leicht aus dem Anus herausgepresst werden kann, auch dann kann man
trotz Meissners Gegenvorstellungen Desaults Rathe folgen, wenn man sich nur da-
v °r hütet, dass bei der Reposition des Polypen die Ligatur nicht abstreift. Aus die-
sein Grunde wird man immer besser thun, die Ligatur mit einer runden Nadel durch
den Stiel des Polypen zu stechen, sie nach beiden Seiten zu knüpfen und dann die
Amputation des Polypen erst nach seiner Reposition vorzunehmen. Kann man aber
den Polypen wegen zu hohen Sitzes nicht vor die Afteröffnung bringen, weder durch
r ° SSen noch durch Herunterziehen mit einem Haken, da ist man gezwungen, sich
2Ur Anlegung der Ligatur instrumentaler Hülfe zu bedienen. Das zu diesem Zweck
Von doerg construirte Instrument und seine Operationsmethode scheint die zweck-
lässigste zu sein. — Alle diese Methoden übertrifft die von Middeldorpf erfundene,
Reiche auf der Anwendung des galvanischen Stroms beruht. Sie vereint in sich die
0r züge, welche die andern einzeln besitzen: die Schnelligkeit des Messers, die über-
a leichte Anwendbarkeit der Ligatur, die Blutung stillende Cauterisation des Fer-
rUm can dens. Grade bei den Mastdarmpolypen verdient sie die allgemeinste Anwen-
n g- Mit der grössten Leichtigkeit kann man ja selbst um hochgelegene Mastdarm-
P°lypen die galvanokaustische Schneideschlinge herumlegen. Wählt man dann nur
^ Oit zu hohe \fy ärmegrade, schnürt die Schlinge nicht zu rasch zu, besonders gegen
^ s Ende der Operation, wo es einmal die Durchschneidung der grössten Arterien
* ^°lypen gilt, dann auch die jetzt auf einem kleineren Punkt concentrirte Hitze
rascher wirkt, so kann man, ohne einen Tropfen Blut zu verlieren, die Mastdarm-
g° ypen in der kürzesten Zeit und mit möglichst wenig Schmerzen entfernen. Der
^ andschorf stösst sich nach einigen. Tagen ab und alsbald bildet sich ohne irgend
die C ^ e ß0Schwerde e * ne l e8 ^ e Narbe, so dass eine Nachbehandlung nach Anwendung
U Sei Methode kaum nöthig ist, höchstens kann man den Patienten einige Tage das
mit ^ assen * Ein gelindes Abführmittel hält mittlerweile den Stuhl flüssig, da-
dei Schorf nicht zu früh abgestossen wird. In der Privatpraxis wird freilich die

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