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meist sehr reichliche Drüsen, von welchen die Letztem meist nicht nach aussen mün
den. Die Drüsen sind in Länge und Breite die normalen weit übertreffend; ihre Ge
stalt ist cylindrisch oder flaschenförmig oder zeigt Ausbuchtungen, ja Verästelungen.
Der Stiel enthält meist kleinere und einfachere Drüsen. Solche Schleimdrüsen und
Cystenpolypen sind nach den meisten Autoren die Mehrzahl der Mastdarmpolypen.
Ausser ihnen kommen aber auch, wie oben gezeigt wurde, die anderen Species der
Polypen im Rectum vor. Die Fleisch- oder fibrösen Polypen, im Allgemeinen fester
und gefässreicher, stehen mit dem submucösen Bindegewebe im Zusammenhang und
stellen eine Hypertrophie der Schleimhaut in allen ihren Theilen dar, entsprechen
also denjenigen, welche Forget in seine zweite Klasse stellt. Auch hier können wir
die oben ausgeführte Trennung in sarkomatöse und fibröse Mastdarmpolypen durch
führen, da die mikroskopischen Verhältnisse hier ganz dieselben sind wie oben. Beide
Arten scheinen vorzugsweise bei Erwachsenen vorzukommen, während, wenigstens
Uach Chassaignar, bei Kindern nur Schleimdrüsenpolypen beobachtet wurden.
Was wir oben über die Aetiologie der Polypen im Allgemeinen sagten, gilt
auch für die Mastdarmpolypen im Speciellen. Doch wollen wir nicht versäumen, die
Ansichten der einzelnen Autoren, welche uns zugänglich waren, kurz mitzutheilen.
Meissner beschuldigt die scrophulöse Diathese, Dotzauer hält Askariden für die Ursache,
Stoltz findet die Meissner’sche Ansicht an sich unbegründet, giebt aber zu, dass
schwächliche Constitution, laxe Faser, überhaupt alles, was zum Mastdarmvorfall prädis-
P°uirt, auch das Entstehen von Polypen begünstige. Lediglich in der eigenthümlichen
Struktur der Schleimhaut inj untern Ende des Mastdarms und der Schliessmuskeln
fiWsse die Prädisposition, welche augenscheinlich bei Kindern bestehe, gesucht wer-
, Aber auch bei kräftigen und im Uebrigen gesunden Kindern fand man, wie die
v °u uns gesammelten Beobachtungen zeigen, Mastdarmpolypen und die durch sie be
dingten Symptome als einziges Leiden. Unter den Gelegenheitsursachen hebt Stoltz •
die Oxyuren hervor, welche einmal direct, durch den von ihnen auf die Schleimhaut
ausgeübten Reiz eine chronische Hyperämie und damit den günstigsten Boden zur
Hyperplasie bedingen, dann durch das von ihnen erregte Jucken im After leicht zu
ei uem gewaltsamen Bohren und Kratzen in demselben nöthigen. Ferner müssten
n och angeführt werden die bei Kindern so häufige Abwechslung von Durchfall und
Verstopfung, ungeschicktes Einbringen von Klystierspritzen, endlich die üble Ange
wohnheit der Kinder, lange auf dem Nachtstuhl zu sitzen und fortwährend zu pressen,
^ann müsse es auch sehr häufig Vorkommen, dass bei beständigem Heraus- und Zu-
Dicktreten einer schon erschlafften Mastdarmschleimhaut eine Falte desselben sich
z Wischen die Sphinkteren einklemme, anschwelle und durch einen hypertrophirenden
Process sich in einen gestielten Polypen verwandle. — D.yssenterien können zur Ent
zollung von Polypen Veranlassung geben. So lehrt Rokitansky (Handl. d. sfeciell
Pathol. Anatom. Bd. II. S. 283) „Nach abgelaufenen Dyssenterien werden bisweilen

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