Drüse, namentlich wenn er jenseits der Schleimhaut im submucösen Bindegewebe liegt,
sich unbehindert vergrössern kann. Zu dieser primären Drüsenextasie kommt dann
die Hypertrophie, bedingt durch den Reiz, welcher durch den von innen nach aussen
wirkenden Druck des übermässig angehäuften Secrets bewirkt wird. Wir sehen eben
die tubuli verlängert, geschlängelt, die Acini vermehrt, aber zu gleicher Zeit enthalten
sie meist mehr aufgehäuftes Secret als sie normal sollen. Aus diesem Gesichtspunkt
ist es begreiflich, dass unter Umständen auch die Ectasie über die Hypertrophie das
Uebergewicht bekommt und dass wir so neben der Hypertrophie oft die cystoide Ent
artung der Drüsen finden: die Cystenpolypen. Auch für die multipelnDrüsenpolypen
kommen ähnliche Verhältnisse in Betracht. Anfangs haben wir hier wie bei den
gleichen Zuständen der Magenschleimhaut ein etat mamellonne, welches dadurch zu
Stande kommt, dass die in ihrer Drüsenschicht hypertrophische Schleimhaut auf ihrer
Unterlage nicht mehr Platz findet jind daher genöthigt ist, sich im Berg und Thaj
zu werfen. Der weitere Fortgang der Hypertrophie führt dann zur Polyposis. Durch
die Quertheilung der Falten entstehen kleinere Felder, auf denen die Hyperplasie der
Drüsenschicht einen hohem und immer hohem Grad erreicht. Bald hebt sich ein
flaches Tuberculum von der Oberfläche ab. Je höher dasselbe wird, um so mehr
wird es durch unverhältnissmässige Volumenszunahme des hervorragenden Theiles
zum Fungus, endlich zum Polyp, mit kugelrunden Köpfchen und ganz dünnem Stiel.
Solcher Polypen findet man oft zu hunderten auf der Rectumschleimhaut. Im Innern
der Polypenköpfchen finden wir neben den ectatischen Drüsentubulis hie und da wirk
liche Cysten, die mit einer wasserklaren Flüssigkeit oder mit Schleim gefüllt sind.
Die auf solche oder ähnliche Art entstandenen Schleimdrüsenpolypen des Rectum
sind (so geben alle Autoren übereinstimmend an) meist klein, selten mehr als hasel-
nussgross, seltener noch grösser. Ihre Gestalt ist meist einfach, aber auch gelappt-
Die Oberfläche ist meist dunkel geröthet, sammtähnlich Die Schnittfläche ist weich,
undeutlich fasrig, sehr blutreich, gleichmässig oder von kleinen Cysten durchsetzt,
welche meist einen schleimigen Jnhalt haben. Die Polypen fanden sich bald einfach,
bald zu zweien und mehr; in andern seltneren Fällen zu vielen Hunderten. (Die
Fälle von Schreger, Boyer, Luschka u. d. unsrige.) Ihr häufigster Sitz sind die un
tern 2" des Rectum. Die mikroskopische Untersuchung ergiebt wesentlich dieselben
Verhältnisse wie die der Schleimdrüsenpolypen überhaupt. Das Epithel ist gewöhn
lich einschichtig (nur in einem Fall von E. Wagner fand sich ein mehrfach geschich
tetes, indem zu äusserst sogenannte Epithelialplättchen lagen, auf welche dann sehr
zahlreiche Schichten polygonaler nach innen zu allmälig kleiner und weniger platter
Zellen, ganz zu innerst eine einfache Schicht senkrecht stehender dem Rete Malpigh 1
der äussern Haut analoger Zellen folgten) bald pflasterförmig, häufiger cylindrisch»
ersteres vielleicht nur bei solchen Polypen, welche vorübergehend oder dauernd a°s
dem After herausragen. Sowohl die Oberpfläehe als die centralen Theile enthalteu

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