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zur Peripherie, wo sie ein bis unmittelbar unter das Epithel reichendes ziemlich eng
maschiges Netz bildeten. Manche peripherische Stellen waren aber fast gefässlos,
während an andern in der Ausdehnung von x ji—VslH"' sich ein Gefässreichthum gleich
dem der vaskularisirten Granulationen fand. Ein ähnliches Verhalten fand sich bei
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den von uns untersuchten Polypen. — Bedeckt sind die Mastdarmpolyperv nach der
Annahme fast aller Autoren von einem dickeren oder dünneren Bindegewebsstratum,
Wenn Gigon dasselbe negirt und den Polypen in dieser Hinsicht mit einer ihres
Oberhäutchens beraubten Kirsche vergleicht, so können wir uns wohl der Erklärung
änschliessen, welche Dufresse Chassaignac (Gaz. des Hop. 1853) giebt, dass nemlich
jener'Autor wohl nur solche Polypen gesehen habe, welche durch die Berührung
mit den Faces oder aus sonst einem Grund erodirt, ulcerirt waren und so ihre Be
deckung verloren hatten. — Fragen wir nun, zu welcher von den oben aufgestellten
Klassen von Polypen die Mastdarmpolypen zu zählen sind, so finden wir darüber die
Verschiedensten Ansichten bei den Autoren. Die Einen sprechen von fibrocellulösen,
die Andern von sarkomatösen, noch Andere von fungöeen. Stoltz aber, dem Dotzauer
beistimmt, hält sie für Schleimpolypen, indem er seine Meinung näher erklärt mit
den Worten: „Dans les chutes repetees (du rectum) il peut arriver qu’une portion
de muqueuse soit pincee par les sphincters et devienne le germe d’un polype en s’en-
§°rgeant, se gonflant pour se pediculer au bout d’un certain temps. Bourgeois sagt
fiber alle von ihm untersuchten Mastdarmpolypen, dass man sie recht gut von einer
Hypertrophie der Zellhaut herleiten könne. Mögen nun 'auch diese Ansichten über
die Art und die Entstehung» für eine Reihe von Fällen die richtigen sein, so lässt
Slc h ebensowenig daran zweifeln, dass sowohl die Eine wie die Andere in ihrer All
gemeinheit falsch ist. Deshalb stellte auch Gigon 3 Varietäten, 1) muköse Polypen
(von Stoltz beschrieben) 2) Vegetationen, 3) fleischige Gewächse mit mukösem Stiel,
au f Ebenso unterscheidet Forget 3 Arten: 1) Schleimpolypen welche durch Hyper
trophie der oberflächlichen Schleimschichten erzeugt sind, 2) Gefäss- oder Fleischpoly-
Pen durch Hypertrophie der Schleimhaut in ihrer ganzen Dicke; 3) die eingebalgten
Kystenpolypen, aus einer einfachen Drüsenhypertrophie entstanden. Dazu will Guer-
sant noch eine vierte Art stellen, wo der Tumor zuerst unter der Schleimhaut ent-
stehe und dann, indem er sich vergrössere, dieselbe vor sich hertreibe, so dass spä-
ter die Schleimhaut sowohl die Bedeckung als den Stiel des Polypen bilde. Rind-
floisch legt besonderes Gewicht auf die Entstehung durch Hypertrophie der Drüsen.
Kr betont dabei, dass er diese Hypertrophie nicht so sehr für eine functionelle nehme,
Wle sie gewöhnlich aufgefasst würde. Er legt grossem Werth auf die Retention des
Serets und die dadurch bedingte passive Ausdehnung der Drüsen. Wir haben nach
ihm in der Hyperplasie der subepithelialen Bindegewebsschicht ein sehr plausibles
Moment für mechanische Behinderung des Secretalabflusses. Durch sie wird der Aus-
Kihrungsgang comprimirt, verzerrt, verengt, verschlossen, während der Körper der

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