die fragliche Ligatur nicht konnte gefunden werden. Sobald der Assistenzarzt benach-
richtet war, wurde ein Bushe’scher Tampon eingelegt und mit eiskaltem Wasser ge
füllt. Die Patientin urinirte trotzdem ohne Beschwerden. Nur etwas Drängen zum
Stuhl wurde durch diese Massregel veranlasst, keine Schmerzen. Patientin, deren Puls-
Frequenz hundert betrug, hatte keine subjective Fiebererscheinungen, fühlte sich aber
sehr schwach und bekam deshalb Wein. 20/1. Temp. 37,6—38,2. Schmerzen in der
linken Inguinalgegend; Tenesmen; welche jedoch nicht sehr beschwerlich sein sollen.
Subjectives Wohlbefinden. Schlaf normal. 22/1. Temp. 37,6—37,8. Der Tampon wird
herausgenommen. Es folgen ihm spärliche Coagula. In der Nacht guter Schlaf, kein
Blutabgang. Die Fäces, welche flüssig, sind theils willentlich, theils unwillkührlich
neben dem Tampon abgeflossen. 22/1. Etwas harter Stuhlgang mit Schmerzen.
23/1. Flüssiger Stuhl. Alles normal. 24/1. Pat. hat wieder Schmerzen bei der De-
facation. Die Fäces sind flüssig. Es zeigt sich ein einzelner bohnengrosser Polyp;
dessen Stiel etwas oberhalb des Afterringes sich inserirt und neben demselben ^ine
kleine Excoriation von der Grösse V2 Sgr. Der Polyp wird mit der Museux’schen
Zange ohne Empfindung für die Patienten gefasst, unterbunden und dann mit der
Scheere der Stiel durchschnitten. 4/2. Pat. befindet sich ganz wohl. Es wird ein
Kautschuktampon ins Rectum eingeführt und derselbe straff mit kaltem Wasser ange
füllt, um womöglich durch die Compression die vielen noch im Rectum befindlichen
Polypen zum S'chwund zu bringen. 10/2. Der Tampon lag täglich mehrere Stunden,
musste dann aber wegen unerträglicher Tenesmen entfernt werden. Die Durchfälle
bestehen trotz häufig applicirten Ratanhaklystieren fort. Da man eine Wirkung des
Tampons nicht sieht, so wird er nun ganz fortgelassen. 16/2. Es ist keine Aenderung
im Befinden eingetreten. Neben den Ratanhaklystieren wird wieder versuchsweise
der Tampon eingeführt. 20/2. Bei einer wiederholten Untersuchung zeigt sich die
Operationswunde ganz vernarbt, aber oberhalb ihr ist die ganze Mastdarmschleimhaut,
so weit man mit dem Finger reichen kann, dicht mit Polypen besetzt. Der Tampon
wird wegen heftiger Schmerzen nicht länger als einige Tage vertragen. 28/2. In der
Narkose wird der After möglichst erweitert durch eingebrachte Finger und dann
möglichst viele Polypen nach Unterbindung mit der Scheere entfernt. 1/3. Weder
auf die Operation noch auf die Narkose ist eine irgendwie erhebliche Reaction einge
treten, geringe Schmerzen im After sind wohl Folge der starken Dehnung. 12/3. In
der Narkose wird der After mit hörnernen Gorgerets erweitert und dann mit dem
filum candens einige grössere-Polypen abgetragen. Darauf wird mit dem Porzellan
brenner die ganze Schleimhaut oberflächlich so weit necrotisirt, als man polypöse
Wucherung durch die Untersuchung mit dem Finger hatte constatiren können.
13/3. Patientin verspürt ziemlich heftige Schmerzen imRectum und der linken Ileolurnbal-
gegend. Im Uebrigen ist das Allgemeinbefinden gut. Keine Temperaturerhöhung-
18/3. Die Schmerzen im Rectum werden nur noch beim Stuhlgang empfunden. Trotz

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