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hält Lane, nicht wie B. Brown für Ursache, sondern für die Folgen der Hauptreizung
durch die Fissur. Die Polypen des rectum haben in der Regel die Grösse einer
kleinen Bohne, selten einer Wallnuss. Der Stiel ist meist 1—l a /2 " vom Anus ange
heftet, in keinem Fall höher als 2". Unter 33 Fällen beobachtete Lane 28 bei Er
wachsenen, 5 bei Kindern.
157. 1866. Demarquay (Union med. 1866 Nr. 12.) entfernte einen fibrösen
Mastdarmpolypen von 9 Ctm. Länge und 6 Ctm. Dicke und Breite bei einem 57-jäh
rigen Mann, der an Hämorrhagie, Tenesmen und Dyspepsie gelitten hatte, durch das
Ecrasement, nachdem er vorher den After nach hinten gespalten hatte.
158. 1868. Johansen. Dorothea Fredersdorf, 20 Jahre alt, kam am 7. Ja
nuar 1868 auf die chirurgische Klinik zu Kiel, um Heilung von ihrem schon seit
länger als 10 Jahren bestehenden Leiden zu suchen. Patientin litt nach den Aus
sagen der Eltern im Anschluss an leicht verlaufenden Masern während eines Viertel
jahres an einem heftigen Conjunctivalkatarrh und in der Folge noch mehrere Jahre
lang an Schwellung der Lymphdrüsen am Halse, welche abwechselnd gekommen sein
soll und wieder fortgegangen. Sie blieb währenddess in der Entwicklung merklich
• zurück, so dass sie von den Eltern als ein schwächliches, scrophulöses Kind bezeich
net wird. Hierzu gesellten sich im achten Lebensjahr häufige Diarrhöen, welche
wochenlang anhielten, dann auf Tage oder Wochen verschwanden, um anscheinend
ohne Ursache wiederzukehren. Dann im Sommer 1856, ohne dass Patientin vorher
unangenehme Empfindungen oder ein Gefühl, als befinde sich ein fremder Körper
im Rectum, gehabt hätte, trat bei einem Stuhlgang und zwar vor den Fäces eine
wallnussgrosse Geschwulst aus dem After heraus. Diese Geschwulst soll eine rothe
Farbe und weiche Consistenz gehabt haben und wurde nach der Defäcation von der
Patientin leicht reponirt. Nachdem dieses Hervortreten einmal stattgefunden, soll es
sich bei jedem Stuhlgang wiederholt haben. Ob die Geschwulst auch von selber
zurückschlüpfte, kann nicht mit Sicherheit ermittelt werden, doch scheint es nicht der
Fall gewesen zu sein. In dem ersten Halbjahr der Krankheit soll Heraustreten, De
fäcation und Reposition, — (in dieser Reihenfolge wiederholten sich bei jeder Stuhl
entleerung die Vorgänge) — welche von der Patientin immer selber bewerkstelligt
wurde, schmerzlos gewesen sein Später brachten die Eltern die mittlerweile zur
Hühnereigrösse herangewachsene Geschwulst mittelst eines flanellenen Lappens, in dep
sie nach alter Weiber Rath Buchenasche einrieben, zurück; da die Patientin diese
Manipulation selber nicht mehr vollziehen konnte. Während anfangs die Blutung bei
dem Prolaps der Geschwulst selten und unbedeutend war, — (nur manchmal erin
nert sich die Patientin, Blut an der zur Reposition gebrauchten Lland bemerkt zu
haben) — ist dann im Winter 1856, der Herr Dr. Seeger als poliklinischer Prakti
kant zu Hülfe gerufen wegen stärkeren Blutverlustes und, weil sowohl der aus dem
Anus hervortretende Tumor immer mehr wuchs, als auch Schmerzen bei der Defäca-

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