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entwickelt, mochte sich die Gesammtzahl wohl auf Tausende belaufen. Die meisten
dieser Polypen hatten eine röthliche Färbung und stellenweis ein schon mit dem blossen
Auge erkennbares Gefässnetz. Sie Hessen sich leicht comprimiren und auf der Schnitt
fläche eine schleimige Materie zu Tage treten. Die Grösse war sehr variabel von der
kaum merklichen, rundlichen, mit breiter Basis aufsitzenden Erhebung an bis zur Länge
v on mehreren Centimetern. Die meisten waren gestielt, ihr freies Ende kolbig. An
flor Oberfläche aller sah man zahlreiche kleine lichte Punkte, welche sich bei weiterer
Untersuchung als ebenso viele Mündungen schlauchförmiger Dröschen herausstellten.
Uin an den meisten Stellen gut erhaltenes Cylinderepithel bekleidete die Oberfläche
der Polypen. Das Parenchym bestand theils aus einer feinstreifigen Grundsubstanz
fiut nakten Kernen und grossem Zellen. In ihr lag ein reiches Gefässnetz. Der weit
es überwiegende Bestandtheil waren aber die Drüsen, welche stellenweis so dicht
gefügt waren, dass nur ein Minimum Grundsubstanz zwischen ihnen eingefügt war.
kie besassen ein schönes Cylinderepithel und als Inhalt Detritus und einzelne rund
liche Zellen. Die Drüsen waren theils einfache Schläuche, theils zeigten sie Ausbuch
tungen und Verästelungen. Es waren also die Tumoren wahre Drüsenpolypen und
msofern circumscripte einfache Hypertrophien der Mucosa als sich in ihnen keine ab
solut fremden Elemente vorfanden.
153. 1863. Rauchfuss. Unter Mastdarmpolypen. St. Petersburg. Med. Zeit
schrift. Bd. IV. pag. 44.
154. 1 1863. Prof. Nelaton (Mittheilungen aus s. Chirurg. Klinik) sagt über die
Mastdarmpolypen: „Sie sind nicht so selten, sitzen höchstens 4—5 Cm. hoch, meist
Von Kirschengrösse; haben gewöhnlich eine weiche Consistenz und sitzen mit einem
Se hr dünnem Stiele auf. Das wesentlichste Symptom ist Ausfluss einer geringen Blut
gierige beim Stuhlgang, sonst keine Störung des Allgemeinbefindens Sie treten bei
^ er Entleerung aus und kehren von selbst zurück. Sie stehen meist mit der Mast
darmwand in sehr loser Verbindung, so dass sie oft mit dem stumpfen Rand des
untersuchenden Fingers abgelöst werden können. Auch reissen sie beim Heraustreten
v °n selber ab. Sind sie fester, so legt man eine Ligatur an, welche man höchstens
24 30 Stunden liegen zu lassen braucht.
155. 1864. Guersant. Mastdarmpolypen bei Kindern. Bull, de Therap. Avril
38- 1864.
156. 1865. I. R. Lane. (On polypoid growths in the rectum and their occasio-
Ual association with anal fissure. Lancet 1865., II., Nr. 4.) Polypen des Rectum sind
uudit selten mit Fissura ani complicirt (in 19 Fällen von 33), daher treten nach Ope
ration leicht Recidive ein, wenn ersterer übersehen wird. Genaue Untersuchung mit
dem Finger ist demnach in jedem Fall geboten; wird ein Polyp gefunden, so entferne
man ihn durch die Ligatur. In der Mehrzahl der Fälle von Fissuren fehlen polypöse
Auswüchse und die kleinen Hautfalten, welche man häufig am Rande der Fissur findet,
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