145. 1862. C. Harpeck. (De polypis reeti. Inauguraldissertation.) Die Be
schwerden und Symptome waren die oft geschilderten. Als ätiologisches Moment wer
den jahrelange Durchfälle aufgeführt. An Form und Grösse glich der Polyp einem
Taubenherz. An ihm sass noch ein kleineres Anhängsel. Die Oberfläche war glatt,
mit Schleim überzogen, von dunkelrother Farbe. Auch durchschnitten zeigte der Po-
lyP ein areoläres Gefüge, Röhren und geschlossene Follikel, deren Wandungen gegen
die Höhle hin mit schönem Cylinderepithel besetzt war. Bei näherer Untersuchung
zeigte sich, dass diese eigentümlichen Cavitäten in verschiedenen Richtungen durch
schnittenen Lieberkühnschen Drüsen entsprachen, dass also der Polyp ein wahrer Schleirn-
drüsenpolyp. Die Oberfläche des ganzen Polypen war auch von einem Cylinderepithel-
stratum überdeckt. Das Stroma bestand aus embryonalen Bindegewebe, man sah nemlich
ausser der hyalinen Intercellularsubstanz, in welcher die fibrilläre Streifung wenig aus
geprägt war, die eigentümlichen Bindegewebskörperchen in ihrer charakteristischen
Anordnung. Die Geschwulst wurde bei dem 17jährigen Patienten mit der galvano-
kaustischen Schneideschlinge an ihrer Anheftungsstelle abgetrennt. Eine Blutung, die
wegen unvorsichtiger Untersuchung mit dem Finger, ob auch der ganze Polyp ent
fernt sei, eintrat, weil der Brandschorf dadurch abgelöst wurde, musste durch die
Ligatur gestillt werden. Vollkommene Genesung.
146—149. 1861. Dr. Kronenberg. (Journal f. Kinderkr. XXXVI., pag. 1., Jan.-
Febr. 1861.) Im 1. Fall fand Verf. einen Theil eines rothen fleischigen Gewächses bei
einem 3jährigen Knaben aus dem After hervorragend, nachdem das Kind längere Zeit
an blutigen Ausleerungen gelitten hatte. Im 2. Fall ragte bei einem 9jährigen Knaben
ein rothes etwa 1" breites, unregelmässiges, blutiges Gewächs, einem Fungus ähnlich,
aus dem After. Beide Fälle entgingen der weitern Beobachtung und Behandlung,
Im 3. Fall tropfenweises Abfliessen von Blut bei einem 10jährigen Knaben, das Gefühl,
als stecke etwas im After. Nach dem Stuhlgang ein ovaler, deutlich gestielter Polyp
im After, der viel Aehnlichkeit mit einer ihrer Epidermis beraubten Kirsche hatte.
Er wurde unterbunden und fiel am folgenden Tage ab. Im 4. Fall fiel der einen
halben Zoll lange und breite Polyp, welcher mit einem dünnen Stiel fast 2" über der
Aftermündung eines 4jährigen Knaben sass, von selbst ab.
150. 1861. Hauser. (Mastdarmpolypen. Verhandlungen der Wiener Aerzte.)
151. 1861. Bourgeois. (Bull. gen. de Terap. med. et chir.)
152. 1861. H. v. Luschka. (Virchows Archiv Bd. XX.) Eine 30 Jahr alte Frau
hatte seit 12—15 Jahren an zeitweise sehr heftigen, öfters auch blutig gefärbten Hi'
arrhöen gelitien und war dadurch so sehr heruntergekommen, dass sie ohne ein be
sonders intercurrentes Leiden unter den Erscheinungen der Inanition starb. Diese
Krankheitssymptome und somit auch der Tod waren die Folge von polypösen Vege
tationen, welche sich von der Ileocoecalklappe an bis zum Ende des Mastdarms er
streckten. Im Anfang des Dickdarms kleiner, im weitern Verlaufe bedeutend stärker

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