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die erste Art des Ursprungs entscheiden möchte. Auch der Punkt ist noch controvers,
von welchem Gewebe die Polypen ihren Ursprung nehmen, ob nur von der Schleim
haut oder auch vom submucösen Gewebe, in welches man oft die bindegewebige
Partie des Stiels verfolgen konnte. Wahrscheinlich ist es, dass von beiden Geweben
aus die Neubildung erfolgen kann. So liegt also die Aetiologie der Polypen noch so
ziemlich im Unklaren und noch gilt Fabre’s Wort, (Dictionaire des Dictionaires, Pa
ris 1841. S. v. Polippes), welches er vor nun bald dreissig Jahren sprach: „S’il est
e *acte de dire, que l’histoire des causes pathologiques est generalement peu avancee,
°n peut declarer hardiment, que nulle part ailleurs l’enfance de notre science ne se
revele plus clairement que dans l’histoire des Polypes. On dirait que les faits man-
juent ou que l’on n’a pu enrore en reunir suffisament pour s’elever ä quelques con
siderations generales relativement aux causes de ces tumeurs.“
Während die polypösen Neubildungen auf den meisten andern Schleimhäuten
So häufig Vorkommen, dass Arzt wie Student Gelegenheit genug haben, sie aus eigner
Anschauung kennen zu lernen, gehören die Polypen der Rectumschleimhaut zu den
seltneren Vorkommnissen und so möchte es sich wohl der Mühe lohnen die nicht
Sß hr zahlreichen Beobachtungen, welche wir in der Literatur verzeichnet finden und
ur >s zugänglich waren, insoweit und da sie als Grundlage und Beweise für die hier
ausgesprochenen Ansichten dienen, kurz anzuführen. (Da wegen der oft unlänglichen
Angaben eine andre Ordnung des Materials unthunlich ist, wählen wir die chronolo
gische, indem wir das Jahr, in welchem der betreffende Fall veröffentlicht wurde oder
ein Wort über den beregten Gegenstand erschien, der Notiz voranstellen.)
1. 1775. J. L. Schmucker theilt in seinen vermischten Schriften einen Fall,
beobachtet vom Oberarzt Lange, mit, wo bei einem 13-jährigen Knaben ein nuss-
grosser Polyp, nachdem er zuerst mit dem Glüheisen behandelt war, durch die Liga
tur entfernt wurde. Diese durchschnitt den */i Zoll dicken Stiel in 6 Tagen. Es
trat kein Recidiv ein. (Theil 11. Pg. 234.)
2. 1783. Enaux. Sur les polypes du Rectum. Mein, de lAcadem de
Pijon. 1783.
3. 1784. J. L. Schmucker. Vermischt. Schriften Thl. 1. Pg. 249. Ein Offi-
Zler btt seit 5 Jahren an heftigen Hämorrhoidalbeschwerden, in den beiden letzten
Jahren ist viel Blut abgegangen. Zugleich bemerke Patient, dass ein weicher Körper
S1 °b heruntersenkte und den After verschloss, so dass er beim Stuhlgang mit dem
P*
ln ger zurückgeschoben werden musste. Patient magerte bedeutend ab. — Ein braun-
r °thes schwammigtes faustgrosses Gewächs, auf einem kurzen dicken Stiel, trat auf
Jer unigekehrten Mastdarmschleimhaut heraus. Weil nicht reponibel, nekrosirte es;
darauf Wohlbefinden. Dann wieder heftige Schmerzen in der Blasengegend, wie schon
kleine blumenkohlartige Stücke gehen ab. Die wieder vorgefallene Geschwulst
vnrd reponirt; später eine Ligatur durch und um den Stiel gelegt und dieser abge-

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