Full text: (Band XV.)

gewebskörperchen, ohne oder mit sparsamen elastischen Fasern. Dasselbe hat an der 
Oberfläche eine gleichförmige Begrenzung, oder bildet verschieden gestaltete und ver 
schieden zahlreiche Papillen (Uteruscervix. Harnröhre, Ohr). In dem Bindegewebe 
verlaufen sehr reichliche Gefässe, welche durch die Basis des Polypen eintretend an 
dessen Oberfläche netzförmige Capillaren bilden und in auf dieselbe Weise austretende 
Venen übergehen. Nerven sollen in einzelnen Polypen nachgewiesen sein. Das Innere 
des Polypen zeigt ausser den an der Oberfläche ausmündenden Drüsen bisweilen bald 
mehr, bald weniger zahlreiche andere, welche wahrscheinlich nicht nach aussen sich 
Öffnen, übrigens dieselbe Beschaffenheit zeigen. Sie entstanden nach E. V agner durch 
Einstülpung des Epithels der Polypenoberfläche, ganz in derselben Weise wie dies 
bei ähnlichen Drüsen im Embryo und im Kindesalter der Fall ist. Ihre Vergrösserung 
geschieht in derselben Weise, anolog dem physiologischen Typus, durch Ausstülpung 
u -s. w. der anfangs schlauchförmigen Gebilde. Das Polypeninnere enthält ferner fast 
constant verschieden zahlreiche, bald in der Tiefe liegende, bald die Oberfläche ein 
nehmende und hier sichtbare meist kleine runde Cysten mit schleimigem oder mehr 
serösem, klarem oder durch Eiterkörperchen und Zellendetritus trübem, weisslichem 
oder verschieden röthlieh und bräunlich (durch extravasirtes Blut und dessen Meta 
morphosen) gefärbtem Inhalt und mit glatter seröser Innenfläche. Diese Cysten ent 
stehen wahrscheinlich stets durch Catarrhe u. s. w. der Drüsen, wodurch sich letztere 
111 ihren Stämmen oder Aesten abschnüren. Bisweilen ist die Cystenbildung so aus 
gebreitet, dass der Polyp seine drüsige Beschaffenheit verliert und zum sogenannten 
Cysten- oder Blasenpolyp wird; doch sind die bisher gewöhnlich so genannten Polypen 
bei mikroskopischer Untersuchung fast stets als gewöhnliche Schleimpolypen anzu- 
s preehen gewesen. 
Die Fleischpolypen zeigen wegen grösseren Gefässreichthums meist eine röthere 
barbe als die Schleimpolypen. Die Anordnung dieses Gefässnetzes ist ähnlich wie bei 
letzteren, eine solche, dass die Arterien mehr einen centralen, die Venen einen peri 
pheren Verlauf nehmen. Ihre feste und glänzende Oberfläche ist bald eben und 
glatt, bald, wenn die Polypen aus verschiedenen kleineren zusammengesetzt sind, da 
durch höckerig, traubig. Die eigentliche Hauptmasse dieser Polypen bildet ein Ge- 
"ebe, welches, aus Bindegewebsfibrillen besteht. Nach der verschiedenen Entwicklung 
Un( l Anordnung dieser letztem, sowie nach dem grossem oder geringem Reiehthum 
an Gelassen hat man die Fleischpolypen wieder getrennt in sarkomatöse und fibröse. 
Als sarkomatöse Fleischpolypen bezeichnet Lebert (Abhandlungen aus dem Gebiet der 
praktischen Chirurg, p. 130) solche, welche aus blassen, runden oder ovalen Zellen 
bestehen, die, mit zarten Membranen versehen, einen deutlichen Kern mit sehr klei 
nem Kernkörperchen zeigen Ausserdem finden sich in ihnen kleine, kernlose Kugeln 
Von V200 — V500 Mm. Durchmesser, eingebettet in eine durchsichtige Intercellutarsub- 
8 ai m und endlich nach Bardeleben langgestreckte, kernhaltige Zellen, welche gleich
	        
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