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Chclius (Handbuch der Chirurg. 7. Auflage, Vol. ‘2, pars II., pag. 550), Barde
leben (Vidals Chirurg, übers, von Bardeleben, Vol. L, pag. 438), Lessing (Chirurg.
Diagnostik, Vol. II., pag. 312), Rokitansky (Handbuch d. path. Anatomie, Vol. h,
pag. 304), unterscheiden falsche oder Schleimpolypen (polypi rnucosi) und Fleisch
oder fibröse Polypen (polypi solidi carnosi sive flbrosi). — Ueber die erstem, die
Schleimpolypen, haben Th. Billroth, (Ueber den Bau d. Schleimpolypen, Berlin 1855)
und E. Wagner (Vortrag über Neubildung von Drüsengewebe in der mikrosk. Gesell
schaft in Leipzig gehalten) die umfassendsten Studien gemacht. Nach ihnen sind die
Schleimpolypen als eine wahre Hypertrophie der Schleimhaut anzusehen. Sie kommen
auf den verschiedensten Schleimhäuten vor, denen sie meist mehr weniger breit, seltner
schmal gestielt aufsitzen, sind runde oder länglich runde, einfach gestaltete oder un
regelmässige, lappige Gebilde von Linsen-, Bohnen-, Tauben-, bis Hühnereigrösse.
Ihre Oberfläche gleicht mehr oder weniger der der Mutterschleimhaut, zeigt dabei für
Gesicht und Gefühl meist eine ausgezeichnet schleimige Beschaffenheit, ihre Schnitt
fläche hat im Allgemeinen mässige Consistenz und eine mehr weniger fibröse Textur
und ist gleichrnässig oder Von Cysten von wechselnder Grösse und Zahl durchsetzt
und gewöhnlich sehr blutreich. Ihren Namen verdanken diese Geschwülste den an
ihrer Oberfläche und im Innern befindlichen Schleimdrüsen. Letztere finden sich in
verschiedener, im Allgemeinen grosser Menge. Sie liegen theils an der Oberfläche
der Polypen, theils machen sie den Hauptbestandtheil der Substanz der Geschwulst
aus. Sie sind lang und im Allgemeinen von gleichmässiger Breite, zeigen dabei aber
mehrfache seichtere und tiefere Ausstülpungen ihrer Wand bis zu dem Grade, dass
sich schliesslich an einzelnen Stellen, namentlich an den Enden, förmliche Anhänge
und Drüsenbläschen finden, welch letztere dann dem Ganzen eine traubenähnliche
Form geben. Den Inhalt der Drüsenschläuche bildet vorzugsweise eine schleimige
Masse mit spärlichen Eiweiss- und Fettmolekülen, normalen Epithelien und Resten solcher.
Das Epithel besteht aus einer einfachen Lage cylindrischer Zellen, welche an den
ausgebuchteten Enden der Drüsen eine mehr Würfel- oder pflasterförmige Gestalt an
nehmen, deutlich kernhaltig und mässig granulirt sind. Sie sitzen einer festen, homo
genen, einer Membrana propria ähnlichen Flaut auf, welche als verdichteter Saum
des Bindegewebsstroma des Polypen nicht isolirt darzustellen ist. Die Oberfläche des
Polypen ist im Allgemeinen mit demselben Epithel bedeckt, welches die Schleimhaut
bedeckt, von der der Polyp entspringt. Deshalb hat Leberts Unterscheidung zweierlei
Arten Schleimpolypen : solche mit geschichtetem und solche mit cylindrischem Flimmer-
epithel wenig Werth. Es wird eben ein Polyp der Nasenhöhle immer Flimmerepithel
haben; an nach aussen liegenden Polypen oder Theilen solcher (Mastdarm-, Ohrpolypen)
nimmt das Epithel einen pflasterförmigen, platten Character an. Die Hauptmasse des
Polypen besteht aus Bindegewebe von derselben Beschaffenheit wie die des betreffenden
Schleimhautgewebes; es ist meist kurz und feinfasrig, reich an unentwickelten Binde-

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