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halten von Concavglas No. dieselbe Schrift nur in gut 4" Entfernung entziffern.
S = 6 /to.
Es fiel mir auf, dass die Augenachse auf Jäger No. 1 gerichtet war, als sie
die einige Zoll tiefer stehende Schrift No. 3 las. Fixirte sie mit demselben Auge die
Spitze meines Fingers, kam es mir immer vor, als ob sie einige Zoll über den Finger
hinwegsähe. Die unten zu erwähnende Schiefstellung der Linse erklärt diese Aberra
tion der Augenachse. Nach oben und innen war die Iris von der hinterliegenden Linse
sehr stark nach vorn gedrängt, der untere Theil der Iris war nach hinten gerichtet
und schlotterte sehr stark. Die Reaktion der Pupille gegen Licht war ziemlich träge.
An diesem Auge war der untere Linsenrand mit unbewaffnetem Auge bei zweckmäs
siger Beleuchtung deutlich zu erkennen. Dagegen waren die Reflexbilder nicht deutlich
Wahrzunehmen, obgleich doch die Linse sich hinter der Pupille befand. Auch wollte
mir nicht gelingen, mit dem Augenspiegel die einzelnen Theile des Augenhinter
grundes zu Gesicht zu bekommen, ja, was mich noch mehr stutzig machte, es war
Uhr nicht einmal möglich, die Retina bei durchfallendem Lichte zu beleuchten, sie
blieb trotz aller Anstrengungen doch immer dunkel, was ich mir zuerst gar nicht zu
erklären wusste. Die gleich zu erwähnenden Thatsachen gaben mir den Schlüssel
Zur Lösung dieses Räthsels. Nachdem ich durch Einträufelung von Atropin die Pu
pille ad maximum dilatirt hatte, gelang es mir, ein unklares Bild des Augenhinter
grundes zu bekommen. Dass das Netzhautbild undeutlich war, hatte seinen Grund
üi Trübungen in der Linse, welche hauptsächlich in der corticalis des unteren Theils
derselben ihren Sitz hatten. Der Glaskörper muss eine ziemlich flüssige Consistenz
gehabt haben, weil die Linse bei Bewegung des Auges sich hin und her bewegte.
Endlich hatte die Linse in allen ihren Dimensionen um ein Bedeutendes abgenommen
Un untere Rand derselben sehr stark nach hinten ? der obere nach vorn dislocirt war,
dass also die Achse der Linse einen beträchtlichen Winkel mit der der Augenachse bil
dete. Ich constatirte die Schiefstellung der Linse mit Hülfe des Purkinje-Sanson’schen
Experiments, also auf folgende Weise: Hielt ich in der Verlängerung der Augenachse
ein , Licht, welches sich also zwischen meinem in derselben Richtung sich befindenden
Auge und dem zu beobachtenden Auge befand, so fiel es mir auf, die beiden Reflex
bilder des Lichtes nicht in derselben Richtung zu finden, sich nicht deckend, wie es
bei normal gestellten Linsen immer der Fall ist, sondern in der Weise zu einander
gestellt, dass das aufrechte von der vorderen Kapsel reflectirte und sich nach hinten
befindende Licht beträchtlich höher stand als das umgekehrte von der hinteren Kapsel
Reflectirte und sich nach vorn befindende Licht. Sah die Kranke nach oben, während
lc b die Richtung des Lichtes nicht veränderte, so näherten sich die Bilder, ohne sich
V ° m l*upillarrande bei schiefer Beleuchtung mit convergentem künstlichen Licht deut-
Lch direkt wahrzunehmen. Nach diesen Versuchen schien mir der Beweis einer
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