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Die Färbung verschwand jedoch vollständig, nachdem ich den Papierstreifen erhitzt
hatte. Einige Tropfen des eingedampften Urins mit Jod-Jodkaliumlösung behandelt,
lieferten keine Fällung.
Den eingedickten Harn verdünnte ich jetzt mit etwas Wasser und versetzte
mit Aetzkali im Ueberschuss. Es entstand ein nicht unbeträchtlicher Niederschlag,
der sich nach Inständiger Ruhe am Boden des Gefässes gesammelt hatte. Die jetzt
vom Niederschlag abfiltrirte bräunliche Flüssigkeit vermischte ich mit einer filtrirten
Lösung von doppelt kohlensaurem Kali. Im Anfang entstand keine Trübung, wenig*
stens wagte ich keine solche zu constatiren. Nach V erlauf einer halben Stunde je*
doch hatten sich einzelne Flocken von der klaren Flüssigkeit abgeschieden.
Da der Gehalt an Morphium in diesem Niederschlage em halten sein musste,
versuchte ich das Alkaloid crystallinisch darzustellen, aber ohne Erfolg, da die Menge
zu gering war.
Gewinnung durch Diffusion.
250 Ctin. des obenerwähnten Harns dampfte ich bis zur Syrupsconsistenz ab
und setzte, um die Extractivstoffe zu fällen, Alcohol hinzu. Nach mehrstündiger Ruhe
filtrirte ich von dem Niederschlag ab und verdampfte von dem Filtrat bei gelinder
Wärme den Alcohol. Diese so gewonnene Flüssigkeit, circa 50 Cctm., brachte ich in
den endosmotischen Apparat, den ich auf dieselbe Weise, wie früher, construirt hatte.
Statt des Pergamentpapiers wählte ich eine frische Thierblase. Dieselbe hatte ich
aufgeblasen und präparirte alsdann mit dem Messer die äussere fetthaltige Membran
herunter, wusch mit Aether und spannte die schliesslich in destillirtem Wasser aus
gelaugte Membran noch nass über den gläsernen Ring.
Nach 24 Stunden war die äussere Flüssigkeit nicht mehr farblos, sondern von
schwach gelber Farbe und salzigem Geschmack. Nach weiteren 12 Stunden war die
Flüssigkeit von derselben Beschaffenheit.
Nachdem ich dieselbe bis auf 10 Cctm. verdampft, stellte ich die Prüfungen
auf Morphium an. Wenn auch geringe Farbenveränderungen auf Zusatz von Salpeter
säure und Eisenchlorid eintraten, so waren dieselben doch zu unbestimmt, um sie als
Morphiumreactionen gelten lassen zu keinen.
In dem Harn eines andern Kranken, welchem täglich 6 Ctgr. morphium ace-
ticurn injicirt wurden, konnte ich keine Reactionen auf Morphium erhalten. Das Re
sultat auf endosmotischen Wege war also jedenfalls schlechter, als das bei der erste-
ren Methode erhaltene.
Nicht nur, dass es mir nicht gelang, sichere Morphiumreactionen zu erhalten,
zeigte sich, dass die Thierblase das Hindurchtreten von Färb- und Extractivstoffen

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