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suchung des Mageninhaltes besonders in Betracht. Bisweilen ist im Magen eine sehr
bedeutende Menge Speichel vorhanden; eine geringe Menge jedenfalls, immer, wenn
kurz zuvor etwas genossen ist. Das im Speichel enthaltene Schwefelcyankalium liefert
aber dieselbe Reaction wie die Meconsäure. Aus diesem Grunde ist die Reaction
auf Meconsäure mit Eisenchlorid im Magen- und Darminhalt nicht als beweisend an
zusehen; wenn sie freilich bei der Untersuchung anderer Flüssigkeiten, durch welche
muthmasslich eine Vergiftung stattgefunden haben kann, von Werth ist.
Da ausserdem in Vergiftungsfällen die Morphiumsalze fast dieselbe toxische
Wirkung äussern wie das Opium, so wird es in allen Fällen sicherer und beweisender
sein, das Morphium, als die Meconsäure aufzusuchen. Ausserdem kommen Opium
sorten im Handel vor, welche überhaupt gar keine oder wenigstens nur Spuren von
Meconsäure enthalten. Die Alkaloide sind alsdann an Schwefelsäure gebunden.
Am wenigsten zuverlässig scheint mir endlich die von Henzler angegebene
Methode. Henzler kocht die zu untersuchende Substanz mit Aether aus und erhält
dadurch Meconin, Narcotin und Porphyroxin in Lösung. Der Aether wird sodann
verdampft und der Rückstand mit Wasser, welcher das Meconin und sodann mit Al
kohol aufgenommen, welcher Narcotin und Porphyroxin auflöst.
Um die letztere Substanz zu erkennen, erhitzt man mit verdünnter Clilor-
wasserstoffsäure, welche roth gefärbt wird und prüft mit andern Reagentien, welche
fast alle verschiedene Farben erzeugen.
Untersuchung des Harns.
In der neuesten Zeit ist vielfach darauf hingewiesen, dass das Morphium un-
* zersetzt in den Harn übergehe und dort leicht nachgewiesen werden könne. Doch
weichen die Ansichten einiger Chemiker in diesem Punkte weit auseinander.
Cloitta (Virchow’s Archiv 35. 3. 369. 1866) suchte vergeblich in dem Harn
von Kranken, welche starke Morphiumdosen erhielten, das Alkaloid nachzuweisen.
Er sammelte den Harn von einem Kranken, der seit einiger Zeit täglich 6—7 Gran
morphium aceticum genommen hatte und untersuchte die 24stündige Menge. Ob
innerlich genommen oder injicirt, erwähnt Cloitta nicht, obgleich gerade dieser Um
stand von Gewicht sein dürfte.
Andere Chemiker fanden dagegen, dass nach der Einnahme von nicht be
deutenden Mengen Opium oder Morphium das letztere im Harn nachgewiesen werden
konnte.
Bouchardat (Bull, de therap. Deb. 1861) wies das Morphium im Harn einer
Person nach, welche nur 5 Ctgrm. extract opii genommen hatte. Ebenso fand er,
dass schon nach 3 Stunden Morphium, wenn es in medicinischen Dosen in den

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