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2 6/ I n den letzten Tagen haben alle Schmerzen aufgehört; ruhiger Schlat
und Appetit kehren wieder. Der Kranke bekommt ein Bad.
1/ Am heutigen Tage wird der Kranke, zwar noch sehr schwach, aber
völlig fieberfrei, bei gutem Appetit und regelmässiger Verdauung entlassen.
Von einem anderen Falle, wo pneumonische Infiltration sich zum acuten Ge
lenkrheumatismus gesellte, will ich nur in aller Kürze berichten: Elisabeth Adler,
23 Jahr alt, aufgenommen am 26. Mai 1863. Knie-, Fuss-, Hand- und Schultergelenke
afficirt. — Perikarditis. — Am 30. Mai links im unteren Lungenlappen gedämpfter
Percussionsschall und bronchiales Athrnen, verstärkter Pectoralfremitus. Am 4. Juni
vollständiger Fieberabfall; an einer umschriebenen Stelle des linken unteren Lungen
lappens hinten crepitatio redux.
Schliesslich habe ich noch 2 Sectionsbefunde mitzutheilen.
Christine Quedens, 22 Jahr alt, aus Tönning. Section am 7. December 1862,
8 Stunden nach dem Tode.
Leiche mittelgross, kräftig gebaut, wohlgenährt, an den abhängigen Theilen
blaue Todtenflecke, Unterhautbindegewebe sehr fettreich. Musculatur stark entwickelt,
blass braunroth, zäh; Gesicht voll, Hals kurz und dick; Thorax in allen Dimensionen
gut entwickelt. Unterleib wenig über das Niveau des Thorax erhaben. Mässig dicker
Schädel, die dura mater durchscheinend, wenig blutreich. Im sinus longitudinalis
ausser wenigem Blute ein umfangreiches Gerinnsel; arachnoidea dünn, zart, durch
sichtig. Venen der pia mater mit schwarzem Blut angefüllt. Windungen des Gehirns
zahlreich durch tiefe sulci von einander geschieden. Sämmtliche sinus an der Schädel
basis stark mit dunklem Blute gefüllt. Arterien zart, mässig blutreich. In den Ven
trikeln eine geringe Menge Serums, in den grossen Hirnganglien keine wesentliche
Veränderung. — Nach Eröffnung des Thorax steht das Zwerchfell in der Höhe des
6. Rippenknorpels, das Pericardium in etwas grösserem Umfange freiliegend. Die
Lungen collabiren in mässigem Grade, der Magen, die dicken und dünnen Gedärme
von Gas ausgedehnt. Im Herzbeutel ein massiges Quart gelber, klarer Flüssigkeit.
Linke Lunge am unteren Lappen dunkelblauroth gefärbt, unter das Niveau einge
sunken, die vorderen Abschnitte von Luft ausgedehnt, nach rückwärts in hohem
Grade ödematös, der hintere Lappen sehr blutreich, an der Spitze, entsprechend der
collabirten Partei, gleichförmig braunroth, die braunen Stellen durch Lufteinblasen
ausdehnbar. Rechte Lunge flächenhaft mit der Pleura verwachsen, die vorderen
Partien blutarm, die Schnittflächen eine beträchtliche Menge gelblich schaumigen
Serums ergiessend, der mittlere Lappen mit seinen nach rückwärts gelegenen Theilen
im Zustande rother Hepatisation. Die Schleimhaut der Bronchien in hohem Grade
geröthet, geschwellt, mit blutigem Schaume bedeckt. Das Herz von gewöhnlicher
Grösse, das Epikardium glatt und glänzend, im rechten Ventrikel ein umfängliches,
grösstentheils entfärbtes Faserstotfgerinnsel, die tricuspidalis glatt und zart, das Atrio-

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