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ausbleiben kann. Bei völlig ungeschwächter Herzaction könnten also, zumal, wenn
gleichzeitig bei der beständigen, ruhigen Rückenlage der an Rheumarthritis acuta
Erkrankten ein neues Moment für die gehemmte Entleerung der Capillaren in den
hinteren untern Lungenabschnitten, die Schwere hinzukommt —, in Folge mangel
hafter, oberflächlicher, wenn auch häufigerer Respiration, in den abhängigsten Ab
schnitten Hyperäemie, Senkungserscheinungen mit ihren weiteren Folgen zu Stande
kommen. Dauert dieser hyperaemische Zustand nun längere Zeit an, so kann es
nicht nur zu einer vermehrten Transsudation einer dünnen Eiweisslösung kommen,
sondern es gelangen auch die festeren Bestandtheile des Serums durch die lockerer,
poröser gewordenen Capillarwände hindurch, es gesellt sich eine massenhafte Zellen
bildung hinzu. (Cf. Cohnheim). — Wir dürfen den Einfluss der Herzkraft auf den
kleinen Kreislauf jedoch nicht für gar zu gering anschlagen; auch beim acuten Ge
lenkrheumatismus, der mit Herzerkrankung sich complicirt, möchte manchmal die
Schwäche der Herzkraft bei seröser Durchtränkung der Herzmuskeln oder lähmendem
Druck eines perikardialen Ergusses die Senkung des Blutes in die abhängigsten Par-
Len der Lunge verschulden.
Der anatomische Befund in den hypostatischen Lungentheilen ist folgender;
Das Lungenparenchym erscheint dunkel, blauroth oder dunkelbraunroth, die inter
stitiellen Gewebe und Alveolenwände sind so beträchtlich geschwellt, dass das dicht
gewordene Lungenparenchym keine Andeutung seines zelligen Baues mehr erkennen
lässt. Die auf diese Weise verdichtete Lungenpartie bietet eine grosse Aehnlichkeit
übt dein Gewebe der Milz dar und wird daher als splenisirt bezeichnet. Diese Zu
stände finden wir meist gleichmässig in den hinteren Abschnitten der Lunge neben
gen , so findet sich die Hypostase oft nur auf diese Seite beschränkt und hier sehr
ausgedehnt, während die andere Lunge gesund ist. Lässt sich aus den verdichteten
Stellen des Lungenparenchyms der Inhalt der Alveolen durch Druck nicht völlig ent
fernen, zeigt der Durchschnitt ein, wenn auch undeutlich, körniges Gefüge, ist die
ausfiiessende Flüssigkeit durch ganz kleine Fibrincoagula leicht getrübt, so haben wir
die sogenannte hypostatische Pneumonie vor uns.
In der Regel macht diese Form der Pneumonie nur sehr geringe Symptome
und wird eben deshalb, zumal, wenn die physikalische Untersuchung vernachlässigt
^h'd, gar leicht übersehen. Wohl pflegt das Athinen flacher und häufiger zu werden,
aber Husten stellt sich bei weitem nicht immer ein, Sputa werden häufig nicht aus
geworfen, keine Schmerzempfindung veranlasst den Kranken zu klagen, keine Steige-
rung des Fiebers pflegt vom neuen Feinde Kunde zu bringen; nur die physikalische
Untersuchung vermag uns vom Zustande des Kranken genügende Rechenschaft zu
geben; sie ergiebt fast in allen Fällen mehr weniger ausgebreitete Verdichtungen der
abhängigen Abschnitte der Lungen; der Percussionsschall ist auf beiden Seiten der

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