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Landespharmacopoeen, dass der Senfteig die Consistenz eines weichen, aber nicht
halbflüssigen Breies haben solle (sit cataplasina mollioris consistentiae) und schreiben
deshalb für die Wassermenge entweder unbestimmt ein quantum satis vor oder be
stimmter die gleiche oder .anderthalbfache Menge Wassers.
Die Application des Senfteigs geschieht am besten zwischen feinem Flor oder
Gaze. 10 ) Die Grösse hängt theils davon ab, ob man eine locale oder eine allgemeine
Wirkung beabsichtigt, theils davon, welche Ausdehnung das locale Leiden besitzt’
oder welche Intensität der Allgemeinwirkung nach Maassgabe der Qualität und des
Grades des Allgemeinleidens gefordert wird. Im Allgemeinen sind 2—3 Quadratzoll
his zur Grösse einer doppelten Handfläche wohl als die geeignetsten Grenzen anzu
sehen. Dabei ist nicht zu übersehn, dass zu grosse Senfteige unter gegebenen Ver
hältnissen, wie bei grosser Reizbarkeit der Haut des Individuums, grosser allgemeiner
Schwäche und septicämischen Zuständen Brand der Applicationsstellen erregen können,
und dass unter solchen Umständen mit Recht davor zu warnen ist, Senfteige zu lange
hegen zu lassen. Gemeiniglich werden 15 Minuten bis drei Viertel Stunden als Gren
zen der Zeitdauer zu betrachten sein. Die Eintrittszeit des Schmerzes und dessen
Intensität geben dabei die besten Fingerzeige, so dass, wenn der Schmerz sehr
hald eintritt und gleich anfangs eine bedeutende Intensität zeigt, die Zeitdauer abge
kürzt werden kann, und nicht der Eintritt intensiver Röthe abgewartet zu werden
braucht. Denn die' letztere pflegt alsdann, nach Entfernung des Senfteigs, nachträg
lich zu erscheinen, ebenso wie bei Entfernung von Vesicantien vor der Blasenbildung
Wegen heftigen Schmerzes und starker Röthe. jene als Nachwirkung auftritt.
,0 ) Ist eine sehr intensive Einwirkung geboten, so wird die unmittelbare Anwendung des
ai d Leinen nicht zu dick gestrichenen Senfteigs ev. vorzuziehen sein.

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