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Theile eine derartige Verminderung erleidet, dass es in den letzteren entweder gar-
nicht zur Exsudation kommt, oder doch die Intensität derselben geringer, die Masse
es Exsudats eine weniger beträchtliche, dasselbe seiner Qualität nach ein mehr
seröses wird 3 ).
^ Erfahrungsmässig ist bekannt, dass es genügt in manchen Fällen dieser Art
ie Senfteige nicht grade auf die dem leidenden Theil genau entsprechende Haut-
Partie, sondern etwas entfernt davon zu appliciren, so bei Neuralgien des Gesichts,
der Zähne, hinterm Ohr oder in den Nacken.
Gilt es aber bei Entzündungen im vorgeschrittenem Stadium der Förderung
er Resorption bereits vorhandener Exsudate, so sind unzweifelhaft die Canthariden-
Pflaster, beziehungsweise Einreibungen mit Terpenthinöl als sicherere und kräftigere
Mittel den Senfteigen vorzuziehn, da die ungleich schwächere Wirkung der letzteren
eine zu rasch vorübergehende ist.
Ebenso wichtig für den therapeutischen Gebrauch ist die Allgemeinwirkuno-
der Senfteige. Dieselbe ist im Grossen und Ganzen als eine reflectörische zu bezeich”
nen. Das Wirkungsbild bietet eine erhöhte Thätigkeit des Kreislaufs, eine gesteigerte
thierische Wärme, eine verstärkte Function des Hautorgans dar, vorausgesetzt, "dass
die Senfteige in relativ genügender Grösse angewendet werden oder eine rasch wie
derholte Anwendung desselben von verschiedenen Hautparthien aus stattfindet wel
ches letztere Verfahren in dringenden Fällen den Vorzug verdienen dürfte. Als
Zeichen dieser Wirkung haben wir die an den zur Beobachtung üblichen Stellen
Wahrnehmbare Zunahme der Temperatur, die Steigerung der Frequenz und Völle des
Pulses, den Eintritt eines vermehrten Turgors der äussern Haut und selbst reichlicher
erleichternder Schweisse zu betrachten 4 ).
3 ) Hebra hat in der allgeni. Wiener medicinischen Zeitung VII 49, 50. 1802 auf die
Nutzlosigkeit der hautreizenden Mittelbei örtlichen Hautkrankheiten, z. B. Eczemen, bei Anwendung
fier genannten Mittel in der Nachbarschaft (!) der erkrankten Stelle hingewiesen und Angesichts
dieser Thatsache ebensowenig die Erzielung einer heilenden Wirkung auf entfernter liegende z B
'nnere Organe eingeräumt. Er behauptet dasselbe für entzündliche Augenkrankheiten. Dass bei ihrer
Anwendung im Prodrornal-Fieber acuter Exantheme zu symptomatischem Zwecke, wie z B bei
Pocken, um Dyspnoe zu heben, das Exanthem da am heftigsten auftrete, wo das Epispasticum
(Senf), gewirkt habe, darf nicht befremden. Es dürfte daraus aber wohl nur der Schluss zu ziehen
8ein > dass die Berücksichtigung der Individualität des Falls hier vorzugsweise geboten ist, um zu
entscheiden, ob überall hautreizende Mittel angezeigt sind oder nicht und dass für den ersteren
'all in der Ausdehnung und Intensität ihrer Anwendung besondere Vorsicht erforderlich wird.
*) Oswald Naumann hat aus seinen in der Frager Vierteljahrsschrift Bd. 77 S. 1 1803
Untgetheilten Versuchen über die physiologischen Wirkungen der Ilautreizinittel folgende Fol
gerungen gezogen: 1) dass die therapeutische Wirkung der Epispastica im Allgemeinen auf
^enectorischem Wege geschieht, 2) dass diese Mittel einen bedeutenden Einfluss auf Herz- und
efass-Thätigkeit ausüben ;-3) dass relativ starke Hautreize die Herz- und GefUss-Thätigkeit herab-
s etzen, den Blutlauf verlangsamen, hvposthenisch wirken; 4) dass relativ schwache Hautreize Hetz-

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