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den übrigen Glycosiden zunächst dadurch, dass sie nicht wie die meisten derselben
terner resp. aus C, H und 0 zuzammengesetzt ist, sondern ausserdem, wie das
Amygdalin, auch N enthält und überdies S, welches auch dem Amygdalin fehlt.
Als fernere Differenz ist hervorzuheben, dass dieselbe bei der Behandlung mit Wasser
durch die Einwirkung des für sie specifischen, zugleich in dem Senfpulver enthaltenen
Gährungserregers, ohne Aufnahme der Elemente des Wassers in Traubenzucker und
ätherisches Oel gespalten wird, wobei ausser dem Ersteren auch gebildetes saures
schwefelsaures Kali zurückbleibt.
Das sogenannte ätherische Senföl aber ist als Verbindung zweier mit Schwefel
gepaarter binärer Radicale,' nämlich des Schwefelallyls (C 0 H° S) und Schwefelcyans aut
(C 2 N S) zu betrachten, weshalb man es auch wohl Allylsulphocyanür genannt hat.
Endlich ist zu bemerken, dass die Myronsäure sich als Schwache Säure zwar mit
Basen verbindet, aber nur locker, ähnlich den Eiweisskörpern, so dass sie leicht von
denselben getrennt wird.
Als Gährungserreger enthält das Pulver der Sinapis nigra und juncea einen
Eiweisskörper, Myrosin genannt, Er ist allein fähig unter Mitwirkung des Wassers
die Spaltung der Myronsäure zu bewirken und verhält sich dabei zu dieser, wie das
Amygdalin der bittern Mandeln zum Emulsin der süssen. Das Myrosin ist aber auch
reichlich, und zwar reichlicher als im schwarzen Senf, im sogenannten weissen Senf
(von Sinapis alba L.) enthalten, während dem letzteren aber die Myronsäure fehlt,
dasselbe sonach für sich allein zur Darstellung des ätherischen Senföls unfähig ist.
Abgesehen davon, dass eine durch das Alter allmählig bewirkte Abnahme der gährungs-
erregenden Kraft des Myrosins wahrscheinlich ist, scheint dasselbe auch bei seiner
Einwirkung auf die Myronsäure sich so zu verändern, dass seine im schwarzen Senf
vorhandene Menge nicht ausreicht, um alle zugleich freigewordene Myronsäure des
Letzteren zu spalten. Auf diese Verhältnisse werden wir noch später Ursache haben
zurückzukommen bei Besprechung der zur Hervorrufung einer kräftigeren Wirkung
etwa zu wählenden Zusätze.
Es kommt aber die spaltende Wirkung des Myrosins auf die Myronsäure nur
zur Geltung unter Mitwirkung des Wassers. Dazu genügt schon die gewöhnliche
Es enthalte das myronsäure Kali die Elemente in einer Form, aus welcher die genannten
drei Verbindungen als Spaltungsproducte sehr leicht hervorgingen. Und weiter sagen sie: „es
scheint in der That keinem Zweifel zu unterliegen, dass die Zucker- und Schwefelsäure-Gruppe
fertig gebildet in der Verbindung vorhanden sind, für die Senföl-Gruppe ist dies weniger deutlich
ausgesprochen.“
Nach der Controverso von Mohr in der dritten Ausgabe seines Commentars zur preuss.
Pharmacopoe (7. Auflage), S. 500 u. f. ist die Existenz der Myronsäure als solcher im schwarzen
Senf noch nicht ausser allem Zweifel gestellt. Gorup giebt dafür in seiner organ. Chemie S. 034
die Formel j C 20 II 19 N S 4 O 20 an.

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