verbürgt? Nicht der staatengründende Geist strenger Ordnung und gesetzlicher Zucht
allein, nicht die Kraft des Arms oder kluge Berechnung, sondern der elastische Schwung
eines im fruchtbaren Boden der Ideen wurzelnden Wesens, das in rauhen Stürmen
abgehärtet Nahrung und frisches Leben zu saugen weiss aus allen Elementen, mit
denen es in Berührung kommt, kein Geist der Unterdrückung oder der Schablone,
sondern jener maassvollen und bescheidenen Besonnenheit, die selbstbewusst und aus
dauernd, aber entgegenkommend und versöhnlich, das Gute anerkennend und sich
aneignend, Eigenartiges, wo es in sich gesund ist und dem Ganzen nicht schadet,
schonend, ja pflegend, des Gelingens sicher ist, eine Fülle mannigfaltigen, fröhlichen
Lebens zu wecken, innerhalb deren Jedem das Seine wird und Jeder das Seine leistet.
Und an der Spitze all dieser guten Geister, die ein dämonischer Mann mit wunder
barer Kraft zusammenfasst, steht gleichsam als Chorführer der Genius unseres gütigen,
entschlossenen, weisen und edlen Königs und des gesegneten Hohenzollern-Hauses.
Ihm für alle übrigen bringen wir am heutigen Geburtstage des hohen Herrn unsere
Huldigung dar, ausgeflrückt in den treusten, innigsten Wünschen und Gebeten: dass
dem grossen Vaterlande noch lange Jahre, soweit menschliche Kraft reicht, der Besitz
des theuren Landes- und Schirmherrn erhalten bleibe, dass unter seinem ruhmreichen
Scepter auch jener zersprengte Halbchor des Südens, der schon jetzt mit dem Norden
zum erstenmal sich die Hände reicht, uns näher und näher komme, bis es keine
Scheidelinien unserer Nation mehr giebt, als welche die freie, harmonische Bewegung
ihrer Theile kunstgemäss wie in der Athenischen Orchestra regeln; und dass uns
Schleswig-Holsteinern endlich in diesem Jahr, recht bald beschieden sei, unsern König
in unserer Mitte zu begrüssen, in der unmittelbaren Sonne seiner Huld uns zu erwärmen
und in den lebendigen Zügen des königlichen Antlitzes, wie in dem gewinnenden
Zauber seiner gütigen Rede die schönste Bürgschaft unserer Hoffnungen zu finden;
dass er auch aus unserem Munde einmal jenen Ruf vernehme, den wir heut und im
merdar aus treuer Brust erschallen lassen: Se. Majestät der König, er lebe hoch!

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