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nerungen und Reliquien aus dem öffentlichen Leben und dem künstlerischen Streben unseres
Volksstammes.
Der Unterzeichnete Vorstand der S.-H.-L. antiquarischen Gesellschaft würde sich pflicht-
massig zunächst berufen fühlen, in dieser Angelegenheit eine Initiative zu ergreifen; aber seine
Kräfte und Mittel sind einer so grossen Aufgabe nicht gewachsen. Ja, er wird nicht einmal auf
die Länge im Stande sein, auch nur in der bisherigen Weise für die Kieler Sammlung Sorge zu
tragen. Seit vielen Jahren hat die Theilnahme des Publikums an unserer Gesellschaft immer mehr
abgenommen; kaum noch fünfzig Mitglieder zahlen jetzt den regelmässigen jährlichen Beitrag, und
aus dieser kleinen Einnahme sind zunächst die laufenden Unkosten zu bestreiten. So bleibt für
Ankäufe nur eine verhältmssmässig geringfügige Summe übrig, und wenn wir bei einzelnen Gelegen
eren aus öffentlichen und Privatmitteln freigebig unterstützt worden sind, so haben wir uns nicht
minder oft wegen Geldmittel manches werthvolle Stück entgehen lassen müssen. Dazu kommt, dass
die sehr beschränkten Räumlichkeiten des Kieler Museums, abgesehen von zahlreichen anderen Um
standen, langst überfüllt sind; in den Schränken ist fast kein Stück mehr unterzubringen. Von
der Münzsammlung hat überhaupt nur der kleinste Theil und auch dieser nur in der unbefriedigensten
eise aufgestellt werden können. Während der letzten Jahre durften wir hoffen, dass bei dem
beabsichtigten Bau eines neuen Universitätsgebäudes auch unser Museum berücksichtigt werden
und ein angemessenes Lokal angewiesen erhalten würde. Jedoch diese Ploffnung ist jetzt nach
bestimmten Erklärungen von massgebender Seite hinfällig geworden.
Unter solchen Umständen bleibt dem Unterzeichneten Vorstande nichts anderes übrig, als
das Schicksal unserer beiden einheimischen Alterthumssammlungen in die Hände des hohen Pro-
vmzial-Landtags zu legen. Die Flensburger Sammlung ist unzweifelhaft ein Eigenthum des Herzo thums Schleswig und somit jetzt unserer Provinz Schleswig-Holstein. Die S.-H.-L. antiquarische
Gesellschaft wird bereitwillig ihre Rechte auf das Kieler Museum gleichfalls an die Provinz abtreten.
Wenn letzteres bei seiner Stiftung als eine Pertinenz der Kieler Universitäts-Bibliothek bezeichnet
wuue, so war das (wie bei anderen gemeinnützigen Anstalten, z. B. der Kieler Gemäldegallerie)
nui eine Form, um dem Museum den Charakter als öffentliches Eigenthum zu sichern, und diese
ausel wird also der Uebertragung des Eigenthumsrechts an die Provinz keinenfalls im We«-e
stehen. °
Wir bitten daher,
Ein hoher Provinzial-Landtag wolle geneigtest beschliessen, die Kieler und
die vormalige Flensburger Alterthumssammlungen als Provinzial - Eigenthum der
Provinz Schleswig-Holstein zu übernehmen, und für die Errichtung eines Schleswig-
Holsteinischen Provinzial-Museums vaterländischer Alterthümer Sorge zu tragen. °
Ehrerbietigst
der Vorstand der S.-H.-L. Gesellschaft
für die Sammlung und Erhaltung vaterländischer Alterthümer.
-ff. Ratjen. II. Bandelmann. Chr. Jessen, (Hadersleben).
Chr. A. Klander, (Plön). Klaus Groth. K. Weinhold.
Chr. Johannsen, (Schleswig). A. F. C. Westedt, (Albersdorf).

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