Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1868 (Band XV.)

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Die S.-H.-L. antiquarische Gesellschaft ward in Gemässheit der am 27. Mai 1834 Aller 
höchst bestätigten Statuten und zwar vornehmlich durch die Bemühungen des damaligen Oberland- 
Wegeinspectors Kammerherrn F. v. Warnstedt begründet. Die von diesem geschenkte höchst werth 
volle Sammlung und eine gleichzeitige Schenkung des Kopenhagener Nordischen Museums bildeten 
den Grundstock des Museums vaterländischer Alterthümer in Kiel, zu dessen Aufstellung 
durch eine Allerhöchste Resolution vom 15. November 1834 der untere Stock im Nebengebäude des 
damaligen Oberappellationsgerichts angewiesen wurde. Im Vorsommer 1835 eröffnet, besteht dies 
Museum seitdem als öffentliches Eigenthum (Pertinenz der Kieler Universitäts - Bibliothek) und ist 
durch Kauf und Schenkung immer mehr angewachsen, so dass es unter den gleichartigen Instituten 
Deutschlands einen der ersten Plätze beanspruchen darf. Auch eine nicht unbedeutende Münz 
sammlung ist mit dem Museum verbunden. Die Verwaltung des Kieler Museums geschieht nach 
wie vor durch den Unterzeichneten Vorstand der S.-H.-L. antiquarischen Gesellschaft, und die Be 
dürfnisse desselben werden aus der Gesellschafts-Kasse bestritten. Die specielle Aufsicht über die 
Sammlungen führt jetzt das mitunterzeichnete Vorstandsmitglied Prof. Dr. Bandelmann, welcher 
unterm 10. November 1866 durch das königliche Oberpräsidium kraft Allerhöchster Ermächtünm«- 
zum Conservator der vaterländischen Alterthümer in Schleswig-Holstein ernannt ist. 
Im Jahr 1852 entstand innerhalb unserer Provinz ein zweites ähnliches Museum, indem auf 
Kosten des damaligen Ministeriums für Schleswig die Sammlung nordischer Alterthümer in 
Flensburg begründet ward, welche durch die weltberühmten Moorfunde bei Süder-Brarup und Ost- 
Satrup schnell reichen Zuwachs erhielt. Es ist bekannt, wie dies Museum zu Anfang 1864 beim 
Ausbruch des. Kriegs nach Dänemark hinweggeführt wurde; nur das zu Nydam gefundene grosse 
Boot und einige andere weniger bedeutende Ueberreste blieben in Flensburg zurück. Erst neuer 
dings ist der Artikel 14 des Wiener Friedens, welcher uns die Wiedergewinnung dieser Sammlung 
in Aussicht stellte, in Ausführung gebracht. Vierundzwanzig Kisten mit Alterthümern sind im 
Februar 1868 von Kopenhagen nach Kiel ausgeliefert und vorläufig in den Kellerräumen des Kieler 
Schlosses niedergelegt. Ob in diesen Kisten der ganze hinweggeführte Bestand enthalten ist, wird 
eine spätere Untersuchung ergeben. Dass die darin enthaltenen Alterthümer bei einer längeren 
Verpackung grossen Schaden erleiden müssen, ist unzweifelhaft. Jedenfalls dürfte an eine Wieder 
aufstellung des Flensburger Museums innerhalb der früheren Lokalitäten im vormaligen Regierungs 
gebäude zu Flensburg nicht zu denken sein, da diese Räumlichkeiten inzwischen eine anderweitige 
Bestimmung erhalten haben. 
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Aber auch von allgemeinen Gesichtspunkten aus erscheint es heutzutage keinesw'e"s °-e- 
rathen, die derzeit im Sinne der dänischen Politik beliebte Absonderung und Concurrenz zweier 
gleichartiger Institute wdeder eintreten zu lassen. Vielmehr empfiehlt sich aus finanziellen sowohl 
wie aus wissenschaftlichen Rücksichten auf das Dringendste die vollständige Verschmelzung der 
Kieler und Flensburger Alterthumssammlungen. Mit dem beiderseits vorhanden gewesenen Material 
Hesse sich ein Schleswig-Holsteinisdies Pro vi nzial-Museum herstellen, welches der wissen 
schaftlichen Forschung die reichste Fundgrube darböte und auch den grössten und berühmtesten 
gleichartigen Museen zu Kopenhagen, Schwerin u. s. w. ebenbürtig an die Seite treten könnte. 
Dasselbe würde zugleich für historische und antiquarische Vorlesungen an der Kieler Universität 
ungemein fordernde Hülfsmittel bieten. Die Einrichtung und Verwaltung eines solchen einheitlichen 
Instituts würde kaum soviel Mittel erfordern, als für den Fortbestand der beiden getrennten Samm 
lungen noth wendig wären. Es bedarf keiner w-eiteren Darlegung, welche Bedeutsamkeit eine solche 
Provinzial-Anstalt gewinnen könnte als der natürliche Sammelplatz für alle werthgeschätzt^n Erin-
	        

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