Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1868 (Band XV.)

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-A-Le.’fthümer. Leider hat diese Bittschrift nicht den gehofften Erfolg gehabt, sondern der Provinzial- 
Landtag ist darüber zur Tagesordnung übergegangen. Wie sich unter diesen Verhältnissen das 
künftige Schicksal der Flensburger Sammlung gestaltet, ob sie nach Flensburg zurückgebracht werden 
wird oder nicht; das ist bis jetzt noch nicht entschieden. Unsere Sammlung wird vorläufig in der 
bisherigen Weise als Pertinenz der Kieler Universitäts-Bibliothek fortbestehen. Doch können wir 
nicht umhin an dieser Stelle zu. wiederholen, das die äusserst -beschränkten Mittel unserer Gesellschaft 
auf die Dauer zur Aufrechterhaltung des Kieler Museums nicht ausreichen, und dass wir deshalb 
den Augenblick herbeiwünschen müssen, wo dasselbe förmlich in die Reihe der academischen In 
stitute und in das Universitäts-Budget aufgenommen werden wird. Hoffentlich wird dem Museum 
alsdann auch ein angemesseneres Lokal angewiesen. Die jetzige Räumlichkeit ist für die Sammlung 
längst zu beschränkt geworden und nicht geeignet, dieselbe dem Publikum gehörig anschaulich zu 
machen. 
Ueber den Zuwachs des Museums, worunter wir besonders den Ankauf des zu Nie dämm 
im Gute Düttebüll (Angeln) gefundenen Ringgoldes und eines alterthümlichen reich geschnitzten 
Ochsenhorns namhaft machen, ist herkömmlicher Weise durch wiederholte Bekanntmachungen im 
Kieler Wochenblatt öffentlich Rechenschaft abgelegt. Auch ist, mit Benutzung der vorhandenen 
Vorarbeiten ein Registrand über das Archiv des Museums hergestellt worden. 
Kiel, im Vorstande der S.-H.-L. Gesellschaft 
für die Sammlung und Erhaltung vaterländischer Alterthümer. 
Anlage. 
Kiel, den 18. October 1868- 
An 
den hohen Provinzial-Landtag der Provinz Schleswig-Holstein 
zu Rendsburg. 
Der ehrerbietigst Unterzeichnete Vorstand der S.-H.-L. Gesellschaft für die Sammlung und 
Erhaltung vaterländischer Alterthümer erlaubt sich Einem hohen Provinzial-Landtag eine Bitte vor 
zutragen, deren Gewährung, seines Erachtens, sowohl im Allgemeinen für das Interesse der deutschen 
Alterthumswissenschaft höchst ersprieslich sein, wie auch insbesondere dazu dienen würde, in unserer 
engeren Heimath Schleswig-Holstein das Andenken an eine bedeutsame und ehrenvolle Vergangenheit 
für alle Zukunft rege zu erhalten. 
*) Vrgl. Amtliche Protocolle des ersten schleswig-holsteinischen Pro vi nzial - Lan dta gs. Nebst 
Anlagen. Rendsburg 1868. Seite 30. 
Rendsburg, den 9. November 1868. 
Der Abgeordnete Knauer als Berichterstatter verliest den Bericht des Ausschusses über die Petition des Vorstandes 
der schlesw.-holst.-lauenbg. Gesellschaft für Sammlung und Erhaltung vaterländischer Alterthümer — und empfiehlt den Antrag 
des Ausschusses auf Uebergang zur Tagesordnung zur Annahme. 
Der Abgeordnete Jensen bestreitet die Zulässigkeit einer Verfügung über die Flensburger Alterthumssammlung zu 
Gunsten der Provinz Schleswig-Holstein. Dieselbe sei Eigenthum der Stadt Flensburg und Zubehör des dortigen Gymnasiums. 
Er lege Verwahrung dagegen ein, dass über diese Sammlung anders als zu Gunsten der Stadt Flensburg und des dortigen 
Gymnasiums disponirt werde. 
Der König 1. Commissari us: Von der Königl. Staatsregicrung sei die Errichtung eines Schleswig - holsteinischen 
Provinzial-Museums vaterländischer Alterthümer bereits in Erwägung gezogen. Wenn die Stadt Flensburg dafür ein lebhafte s 
Interesse habe, dass die Flensburger Sammlung dem dortigen Gymnasium erhalten bleibe, so sei dies begreiflich; aber er müsse 
in Abrede stellen, dass das Flensburger Gymnasium ein Eigenthumsrecht daran habe. 
Der Antrag des Ausschusses auf Uebergang zur Tagesordnung wird angenommen.
	        

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