Full text: Schriften der Universität zu Kiel aus dem Jahre 1868 (Band XV.)

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Alle diese Umänderungen wären unterblieben, wenn man mit Sicherheit auf eine sehr nahe 
bevorstehende Uebersiedelung der Sammlungen in ein neues Gebäude hätte rechnen können. Da 
dieses aber schwerlich geschehen wird, ehe der projektirte neue Universitätsbau vollendet ist, SO' 
mussten jene Einrichtungen getroffen werden, um die Sammlungen auch noch in den alten beschränkten 
Räumen zur Beförderung zoologischer und zootomischer Studien an unserer Universität und zur 
Verbreitung naturwissenschaftlicher Belehrung in unserer Stadt und Provinz möglichst nutzbar zu 
machen. 
\ om Sommersemester 1869 an soll den Studirenden der Besuch des Museums gestattet 
und ihnen daselbst Gelegenheit zu zoologischen und zootomischen Uebungen geboten werden. 
Für das Publikum werden von derselben Zeit an eine Reihe zusammenhängender Zimmer 
des zoologischen Museums Sonntags und Mittwochs von 11—1 Uhr geöffnet sein. 
Da das Inventar des bisherigen anatomisch-zoologischen Instituts grösstentheils Eigenthum 
der Anatomie war, so mussten für das neu errichtete zoologisch-zootomische Institut Mobilien, Wäsche, 
Arbeitsgerät!), Fischereigeräthschaften, Aquarien, Mikroskope u. A. angekauft werden. Dass trotz 
der bedeutenden Ausgaben für diese Gegenstände doch noch viele werthvolle Thiere zur Ergänzung 
merklicher Lücken in den Sammlungen erworben und Vorräthe von Spiritus, Glassgefässen, Zinn- 
i.nd Glasaugen zur Conservirung und Praeparirung bereits vorhandener oder neuer Naturalien ein 
genommen werden konnten, ist hauptsächlich den Ersparnissen zu danken, die in den vorhergehenden 
Jahren gemacht worden waren; denn mit dem jährlichen Etat, welcher zur Erhaltung und Ver 
mehrung der Sammlungen ausgesetzt ist, hätte nicht die Hälfte aller der Ausgaben gemacht werden 
können, welche zu einer zweckmässigen und hoffentlich auch fruchtbringenden Gestaltung des neuen 
Instituts unerlässlich waren. 
Dem Museum sind von verschiedenen Seiten Geschenke zugeflossen. Herr Dr. H. A. 
Mayer auf Forsteck überwies demselben eine grössere Zahl Seethiere von Nizza und von der Ost 
küste Afrikas. Von Herrn Dr. Ohlert in Königsberg erhielten wir 171 Arten, in Ostpreussen ge 
sammelte Spinnen, die besonders dadurch einen hohen Werth haben, dass sie von dem Geber, der 
1867 ein Buch über die Araneiden der Provinz Preussen veröffentlichte, selbst bestimmt worden sind. 
Als zoologisches Institut derjenigen Provinz, welche zwischen der Nord- und Ostsee liegt, 
hat das Museum unserer Universität mehr als irgend ein anderes in Deutschland die Pflicht, eine 
möglichst vollständige Fauna beider Meere zusamraenzubringen. Zur Erfüllung dieser Aufgabe ist 
dadurch Einiges geschehen, dass wir bei den Exkursionen, die im Sommersemester mit Studirenden 
auf unserrn Hafen unternommen wurden, in der Regel auch Thiere für das Museum sammelten und 
dass von einer im Aufträge der Königl. Regierung im September 1868 unternommenen Reise zur 
Untersuchung der preussischen Nordseeküsten, behufs Anlegung von Austernbänken eine grössere 
Anzahl wirbelloser Thiere für unsere Sammlung mitgebracht wurden. 
Karl Möbius. 
17) Der botanische Garten. 
18) Das mineralogische Museum. 
In der Verwaltung des mineralogischen Museums ist mit dom Schlüsse des Jahres 1868 
eine Veränderung durch die Ernennung des Herrn Prof. Zirkel eingetreten. Es werden in der 
Folge die Sammlungen von Professor Zirkel und mir gemeinschaftlich verwaltet werden und zwar 
in der Weise, dass von Professor Zirkel der mineralogische, von mir der paläonatologische 
Theil der Sammlung geleitet wird. Bei der Ausdehnung welche die Sammlung bereits gewonnen
	        

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