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Schwitzung, welche, mit Uebergehung der Mandeln und des Kehlkopfs, erst
unterhalb der Fistelöffnung in der Luftröhre begann und sich auf deren Ver
zweigungen in beiden Lungen erstreckte. Als Ursache der Unwegsamkeit des
Kehlkopfs, welche die Entfernung der Canüle verhindert hatte, zeigte sich eine
beträchtliche Granulationswucherung am oberen Rande der Fistelöffnung. Durch
Vermittlung des Dr. Withusen in Kopenhagen, welcher ähnliche Erfahrungen
nach sonst glücklich verlaufenen Tracheotomien bei kleinen Kindern gemacht
hat, ist das klinische Instrumentarium um ein Instrument bereichert, 'durch
welches diesem Uebelstande in künftigen Fällen vorgebeugt werden kann. Es
ist der oben beschriebene Fall der erste in hiesiger Klinik beobachtete, in welchem
nach völligem Verschwinden eines Kehlkopfs- und Luftröhrencroups ein Recidiv
vorkam. — Auch die übrigen vier Fälle, in denen die Tracheotomie nothwendig
wurde, gehörten dem Kindesalter an. Der siebente dieser tödtlich verlaufenen
Fälle von Diphtheritis betraf einen sehr grossen, robusten Malergehülfen, weleher
noch vier Stunden vor seinem Tode, trotzdem, dass er schon an entsetzlicher
Athemnoth litt und schon ganz blau im Gesichte war, wie alle langsam Er
stickende, zu Fusse aus seinem Logis in der Stadt den Hügel hinauf aufs
Hospital gegangen war. Auch in der Leiche dieses Mannes fanden sich die Luft
röhrenverzweigungen in den Lungen von croupösen Ausschwitzungen erfüllt.
2 durch Wochenbettsfieber.
1 „ s. g. Sonnenstich. Ein kräftiger 40jähriger Zimmermann hatte am 19. August
bis zur Frühstückszeit auf einem Zimmerplatze an der Lerchenstrasse bei voll
kommenem Wohlsein gearbeitet. Als nach dem Frühstück die Arbeit wieder
beginnen sollte, hatte er über Schwindel geklagt und war alsbald bewusstlos
niedergestürzt. Um 10V 2 Uhr wurde der noch völlig bewusstlose Kranke in’s
Hospital gebracht. Schon die zufällige Betastung seiner Haut verrieth eine
excessive Steigerung der Körperwärme. Eine thermometrische Messung in der
Mastdarmhöhle zeigte die bei Lebenden kaum erhörte Temperatur von 44° C.
Es gelang zwar durch wiederholte und lang dauernde, mit Eis gekühlte Bäder
die Temperatur berabzusetzen, allein dieselbe stieg sofort wieder, wenn der
Kranke aus dem Bade entfernt wurde, er blieb vollkommen bewusstlos und
starb noch selbigen Abends. In der Leiche fand sich ausser einem Bildungs
fehler, dem nämlich, dass nur eine Niere vorhanden war, keinerlei Organ
veränderung.
6 Typhus abdominalis. In dreien dieser Fälle wurde der Tod durch allgemeine
Entzündung des Bauchfells in Folge von geschwüriger Durchbohrung des Darms
herbeigeführt. Dieses tödtliche Ereigniss trat bei einem 29jährigen Vagabunden
in der zehnten, bei einem 28jährigen Bäckergesellen in der siebenten und bei
einem 24jährigen Mädchen in der achten Krankheitswoche ein. Der vierte
Todesfall während des Verlaufs eines Typhusprocesses betraf ein 25jähriges
Mädchen (Küchenmagd im Hospital) und trat in der fünften Krankheitswoche
durch innere Verblutung in Folge von spontaner Zerreissung des musculus ileo-
psoas der linken Seite ein. Die Muskelzerreissung war bei dem Versuche aus
dem Bette zu steigen entstanden. Der fünfte Todesfall betraf einen 21jährigen
Schiffer, welcher in der dritten Krankheitswoche mit Hautbrand an den Fingern

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