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willige Beiträge, sowie aus Staatsmitteln zusammengebrachten, und durch sehr dankenswerthe Aner
bietungen der Stadt Kiel noch erhöhten Summen zur Bestreitung der Baukosten ausreichen, so
steht wohl zu hoffen, dass wir noch im Laufe dieses Jahres den Grundstein zu unserem neuen
Universitätsgebäude werden legen können. Als eine unerlässliche Aufgabe ist [aber auch die Er
richtung eines neuen Bibliothekgebäudes festzuhalten, da die der Bibliothek in den Bäumen des
Kieler Schlosses angewiesenen Localitäten nicht mehr ausreichen, und als ursprünglich für einen
anderen Zweck bestimmt, der Entwicklung und Benutzung dieses wichtigsten allgemeinen Universitäts-
Institutes mannichfache Hindernisse bereiten. Ferner hat schon unterm 3. Septbr. 1867 und unterm
3. May 1868 das acad. Consistorium seine Vorschläge zur zweckmässigen Benutzung eines an
das Grundstück der acad. Heilanstalten gränzenden und dem acad. Fiscus gehörigen Terrains für
den Neubau des chemischen Laborotoriums, des physiologischen Instituts und der Anatomie einge
reicht, und darf einer baldigen Entscheidung darüber um so eher entgegensehen, als dann auch der
bereits genehmigten Errichtung eines neuen klinischen Institutes für Augen- und Ohrenkrankheiten
nichts mehr im Wege stehen, und der ebenfalls genehmigte, und durch Bewilligung der Geldmittel
gesicherte Neubau des für die Universität so wichtigen und im allgemeinen Bildungsinteresse auch
dem grösseren Publikum zugänglich zu machenden zoologischen Museums ungehindert fortgehen
kann. Aber auch den vielfachen Bedürfnissen des botan. Gartens, dem in diesem Jahr durch
erhöhtes Salair ein tüchtiger Gärtner erhalten worden ist, wird noch eine mehr eingehende und den
Wünschen des verdienten Directors entsprechende Sorge zuzuwenden sein.
Was die Stellung der Universität zum öffentlichen Leben, ihre Verkehrsgemeinschaft mit
den wissenschaftlichen Instituten des In- und Auslandes und die ihr daraus erwachsenden günstigen
Bedingungen einer gedeihlichen Entwicklung betrifft, so hat sie zunächst am 22. März v. J. die
Feier des Geburtstags Sr. Majestät des Königs in solenner Weise begangen, und hat der Prof.
Ribbeck in seiner den antiken Begriff des Genius betreffenden deutschen Festrede den patriotischen
Gefühlen einen entsprechenden Ausdruck gegeben. Das vom Prof. Lipsius zur Festfeier geschriebene
Programm enthielt eine historisch-kritische Untersuchung über die Keihenfolge der römischen Bischöfe.
Sodann hat sich unsere Universität am Jubiläum der Universität Lund, im Frühjahr v. J.,
durch Absendung einer Votivtafel, und an dem Jubiläum der Universität Bonn, im Spätsommer
v. J., durch Absendung einer Votivtafel und einer aus den Professoren Lipsius und Ribbeck bestehenden
Deputation, betheiligt. Die von dem Prof, der skandinavischen Literatur Dr. Th. Moebius verfasste
Votivtafel für die Universität Lund gab den Gefühlen der Universität Kiel in folgender Weise
Ausdruck:
Kectori et Senatui
Universitatis Karolinae Lundensis
S. P. D.
Universitatis Christianiae Albertinae Kiliensis
Bector et Senatus.
Gratissumae nobis fuerunt litterae, quibus invitavistis nos, ut Universitatis vestrae natalem
duobus saeculis confectis iamiam redeuntem una vobiscum celebraremus. Omnibus germaniae
nostrae academiis si pergratum fuerit sororem svecam harum luce dierum optumis prosequi
ominibus, attamen nobis in hac Universitate Kiliensi exoptatissimum evenit, qui ut terrarum situ
ita per jus vicinitatis quoddam vestro ipsi animo propiores esse nobis videamur.
Et profecto est quod gratulemur quodque vobiscum laetemur inclutae academiae vestrae
memoriam repetentibus.

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